Preise steigen weiter

Neue Rekordmieten in München

München - Der Immobilienboom in Bayern hat längst nicht alle Städte erfasst: Anders als in München stehen in Nordbayern viele Wohnungen leer.

Während Interessenten in München Schlange stehen, um eine Wohnung zu ergattern, fehlen vor allem auf dem Land im bayerischen Norden die Mieter. In Oberfranken stehen 5,4 Prozent der Wohnungen leer. Die Situation in Franken sei bedenklich, auch im Hinblick auf die Zukunft, sagt Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland Süd (IVD Süd) am Donnerstag in München: „Da oben wird es nicht unbedingt einfacher.“ In München dagegen sei Auswahl ein Fremdwort.

Das starke Nord-Süd-Gefälle wirkt sich auf die Preise aus: Zwischen 13,90 Euro und 15,40 kostet laut Kippes ein Quadratmeter in der Landeshauptstadt bei Neuvermietungen - gut vier Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr. Im oberfränkischen Hof zahlen Mieter noch nicht mal ein Drittel so viel.

Im bayernweiten Durchschnitt sind die Mieten seit Herbst sogar etwas günstiger geworden. Besonders kräftig war der Rückgang auf dem Land. In Ballungszentren wie München, Augsburg, Ingolstadt, Regensburg oder Nürnberg klettern die Preise dagegen.

Nicht nur der Mietmarkt in den Städten boomt, auch das Kaufinteresse ist hoch: Im Jahr 2012 stieg der Immobilienumsatz in Bayern um 2,1 Milliarden auf knapp 36 Milliarden Euro, wie eine Hochrechnung des IVD Süd ergab. „Die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise begonnene Umschichtungswelle von verschiedenen Anlagearten zu Immobilien setzt sich weiter fort“, sagt Kippes.

Aber der Boom geht an Immobilien auf dem Land fast spurlos vorbei: Interessenten wollen in der Stadt oder in Stadtnähe kaufen. Das ergab eine Umfrage im Auftrag von Immobilienscout24 und Interhyp, in der knapp 2000 Kaufinteressenten befragt wurden. Entscheidend seien für 65 Prozent der Interessenten gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sowie für mehr als die Hälfte gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Lediglich sechs Prozent der Kapitalanleger und nur jeder zehnte Eigennutzer will der Umfrage zufolge in Wohnraum auf dem Land investieren.

Davor warnt das Immobilienmaklernetzwerk Remax sogar: In ländlichen Gebieten, die schlecht an die Infrastruktur angebunden sind und nur wenige Arbeitsplätze bieten, laufe eine Immobilie aufgrund der schlechten Standortfaktoren schnell Gefahr, zum Ladenhüter zu werden, und sei nur schwer weiterzuvermieten. Aber in Immobilien in sogenannte B-Standorte wie kleinere Städte im Umkreis der Metropolen, Universitätsstädte oder Kommunen, die von älteren Menschen als Alterswohnsitz geschätzt werden, zu investieren, das könne Sinn machen: Dort sei es günstiger als in den Zentren, und die Wohnungen ließen sich trotzdem gut vermieten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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