Im In- und Ausland 

So feiert die Presse die Münchner Hilfsbereitschaft

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Die FAZ rückt die freiwilligen Helfer aus München in den Mittelpunkt.

München - Tausende Flüchtlinge erreichten am Dienstag den Münchner Hauptbahnhof. Doch anstelle von Chaos erwartet sie eine Welle der Hilfsbereitschaf. Das kommt gut an bei der Presse, die das Geschehen aufmerksam verfolgt.

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Bayern kommen, steigt seit Tagen stark an. Nachdem Asylbewerber in Ungarn am Budapester Ostbahnhof in Züge Richtung Wien und weiter München besteigen durften, sollen über 3500 Flüchtlinge allein am Montag und Dienstag in Bayern angekommen sein. Doch von Chaos am Münchner Hauptbahnhof gab es keine Spur. Dagegen kam den Flüchtlingen eine Welle an Hilfsbereitschaft der Münchner Bürger entgegen. Diese spendeten derart viel, dass die Polizei sogar öffentlich darum bitten musste, wegen Überfüllung keine weiteren Spenden mehr mitzubringen. Die Medien feiern die Münchner für ihre große Hilfsbereitschaft, wie unsere Presseschau aus nationalen und internationalen Medien zeigt.

Nationales Medienecho

"Hunderte Münchner wollten helfen, bis die Polizei vor den geschmierten Semmeln kapitulierte." Mit diesen Satz beginnt der Bericht des Nachrichtensenders N24. Den Tausenden von Flüchtlingen sei eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen gekommen. Diese sei so groß gewesen, dass die Polizei Münchner vertrösten musste, die ihre Spenden nicht mehr abgeben konnten. Die Polizei bedankte sich bei den freiwilligen Helfern, doch seien die Lagerkapazitäten erschöpft gewesen. 

Laut Focus Online seien Hunderte Spender gekommen, um Wasser, Lebensmittel, Kleidung, und Windeln an die Asylbewerber zu verteilen.

Spiegel Online berichtetauf seiner Internetseite positiv über die große Hilfsbereitschaft der Münchner Bürger, lobt die gut organisierten Einsatzkräfte und spricht von einer "außergewöhnliche Szenerie" die sich am Münchner Hauptbahnhof zugetragen habe. Die Hilfsbereitschaft der Münchner sei dabei als "Signal an die Flüchtlinge" zu verstehen. Es demonstriere die Willkommenskultur und die Bereitschaft der Münchner Bürger, den Flüchtlingen helfen zu wollen.

Für die Süddeutsche Zeitung sind vor allem die vielen Helfer der Grund, wieso kein Chaos entstand und die Lage entspannt blieb. Ihnen sei es zu verdanken, dass die Asylbewerber nach ihrer Ankunft in mit Wasser, Brot und Obst versorgt wurden. Auch hätten einige freiwillige Helfer Müll aufgesammelt und dadurch den Erhalt einer sauberen Schalterhalle und einer, zumindest in Teilen, "gemütlichen" Atmosphäre gesorgt.

Die FAZ nimmt die große Hilfsbereitschaft der Münchner zum Anlass, diejenigen in den Vordergrund zu stellen, die die ankommenden Flüchtlinge mit Wasser und Hilfsgütern versorgten: die Münchner Helfer selbst. Diese seinen die Menschen, denen die Flüchtlinge vertrauen würden. Fünf Helfer porträtiert die Frankfurter Allgemeine, die auf unterschiedlicher Weise den Asylbewerbern bei ihrer Ankunft am Münchner Hauptbahnhof helfen. Von der Essensausgabe bis hin zu laminierten Schildern auf den in arabischer Sprache „Herzlich Willkommen" steht. Insgesamt habe nach Ansicht der FAZ die Flüchtlingshilfe-Bewegung in München einen bemerkenswerten Schub erhalten. Jetzt müsse sich zeigen, ob die große Hilfsbereitschaft auch die Unterkünfte der Asylbewerber erreiche.

Internationale Presseschau

"Überwältigende Flüchtlings-Hilfe am HB München" titelt der schweizer Blick. Wie zuvor die deutschen Medien, geht auch das schweizer Blatt auf den Aufruf der deutschen Polizei ein. Die Hilfsbereitschaft der Münchner sei derart groß, dass die Polizei die Bevölkerung darum bitten musste, kein Sachspenden mehr mitzubringen. Es seien schlicht zu viele Spenden gewesen.

Die Schweizer Neue Zürcher Zeitungsieht die Reisenden in München am Ziel ihrer Reise. Die Lage sei den gesamten Dienstag entspannt geblieben. Dazu hätten die gut organisierten Behörden sowie die vielen Helfer beigetragen, die Spenden verteilt oder bei Telefonaten geholfen hätten. 

Der britische Independentsieht Deutschland nach den letzten Tagen der Flüchtlingskrise als moralisches Vorbild für Großbritannien und wirft dem eigenen Premierminister David Cameron eine verfehlte Politik vor. "Während Angela Merkel auf die Anti-Flüchtlings-Proteste antwortet und deren Ansichten infrage stellt, gibt David Cameron ihnen nach." titelt das Blatt.

Schlagzeilen: Presse feiert Münchner Hilfsbereitschaft

Fabian Geißler

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