Prinzen-Jet: Thailand will neue Beweise bringen

Bangkok/München - Nach der Pfändung eines Flugzeugs des thailändischen Kronprinzen in München wollen die Behörden in Bangkok mit neuen Beweisen die deutschen Gerichte überzeugen.

Vor zwei Wochen hat der Insolvenzverwalter der Walter Bau AG die Boeing 737 des Kronprinzen Maha Vajiralongkorn, der damit regelmäßig nach München fliegt, gepfändet.

“Wir haben klare Beweise, dass das Flugzeug dem Prinzen gehört, und ich glaube, wir können das Gericht davon überzeugen“, sagte Generalstaatsanwalt Julasing Wasantsing am Freitag, ohne Details zu nennen.

Der Baufirma waren von einem Schweizer Schiedsgericht wegen eines mehr als 20 Jahre zurückreichenden Rechtsstreits mit Thailand rund 30 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen worden. Thailand zahlte aber nicht und behauptet, das Flugzeug sei Privatbesitz des Prinzen.

Ein Gericht in Landshut befand in einer Eilentscheidung am 20. Juli, das Flugzeug könne nach einer Sicherheitsleistung von 20 Millionen Euro freigegeben werden. Eine gerichtliche Entscheidung ist nicht vor Mitte September zu erwarten.

Die Affäre führt zu Spannungen im traditionell guten Verhältnis zwischen Berlin und Bangkok, vor allem aufgrund der speziellen Rolle, welche die Königsfamilie in Thailand genießt. Die thailändische Regierung sei “enttäuscht“ über die deutsche Position, hieß es in Bangkok.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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