Hebammen sind oft schwer zu  bekommen 

Probleme bei der Nachsorge: Gebärende müssen in München Nerven bewahren

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Stephanie Jacobs, Gesundheitsreferentin der Stadt.

Für Schwangere kann es in München zum Hindernislauf werden, bis eine freie Hebamme gefunden ist. Die Stadt hat die Versorgung für werdende Mütter in einer Studie untersuchen lassen.

Das Gesundheitsreferat der Stadt hat die Versorgung der Bürgerinnen bei Schwangerschaft und Geburt untersuchen lassen und nun die Ergebnisse vorgelegt. Die Studie erfolgte im Auftrag des Stadtrats, um die Versorgung rund um die Schwangerschaft verbessern zu können. 457 Mütter im Wochenbett wurden befragt. Das Ergebnis: Knapp drei Viertel der befragten Mütter (74 Prozent) waren „zufrieden“ bis „höchst zufrieden“ mit der Versorgung. Allerdings gibt es in diesem Bereich auch durchaus Probleme. So gibt es zu wenig Plätze für Frühgebärende, und auch die Suche nach einer Hebamme ist schwierig. So müssen Erstgebärende bis zu sieben Hebammen kontaktieren, um eine Zusage zu erhalten.

Die Studie zeigt nach Angaben der Stadt auf, dass für eine „normale“ Entbindung, also mit Abschluss der 36. Schwangerschaftswoche, die Versorgung in München in den beiden vergangenen Jahren gewährleistet war. Einer Gebärenden hätten von den insgesamt elf Münchner Geburtshilfeeinrichtungen mindestens drei Einrichtungen parallel zur Verfügung gestanden. „In der Regelversorgung sind wir in München relativ gut aufgestellt“, sagt Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs. „Wir wissen aber auch, dass wir das dem unermüdlichen Engagement der Hebammen und Ärzte zu verdanken haben, die oft an den Grenzen ihrer Belastbarkeit arbeiten.“

Bei extremen Frühgeburten fehlt es an Pflegekräften  

Anders stellt sich die Situation für die Entbindung und Versorgung von extrem frühgeborenen Kindern dar. Insbesondere im Jahr 2017 standen betroffenen Frauen zeitweise nur wenige Einrichtungen zur Verfügung. Hier sieht Jacobs deshalb einen klaren Handlungsbedarf: „Wir müssen proaktiv die Entwicklung der Münchner Geburtshilfe und Neonatologie vorantreiben.“ Laut Krankenhausplan des Freistaats Bayern stünden in München zwar 84 neonatologische Intensivbehandlungsplätze zur Verfügung. „Aufgrund von Pflegekräftemangel werden jedoch häufig Betten gesperrt, sodass es hier immer wieder zu Versorgungsengpässen kommt.“

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Mit dem im Gesundheitsreferat angesiedelten „Runden Tisch Pflege“ und der dort geplanten Kampagne zur Personalgewinnung hofft Jacobs, in Zukunft speziell für diesen Bereich mehr Pflegekräfte gewinnen zu können: „Um mehr Pflegefachkräfte und mehr Nachwuchs für die Pflegeausbildung zu gewinnen, werden wir eine dreijährige auf München zugeschnittene Kampagne starten, mit der sowohl Pflegepersonal für München rekrutiert als auch das gesellschaftliche Bild der Pflege verbessert werden soll.“

Einen weiteren Schwachpunkt macht die Studie in der ambulanten Hebammenversorgung aus. Zwar gaben in der Mütterbefragung nur 2,5 Prozent der Frauen an, für das Wochenbett noch keine Hebamme gefunden zu haben. Allerdings gab fast die Hälfte der Frauen (47 Prozent) an, dass sie Schwierigkeiten hatten, eine Hebamme für die Nachsorge zu finden. Im Durchschnitt mussten mehr als fünf Hebammen (5,3) kontaktiert werden, um eine Zusage zu erhalten. 

mm

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