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Dramatische Worte: Stadtwerke warnen vor Engpass bei Wärmeversorgung

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Von: Marc Kniepkamp

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Umstritten: Heizkraftwerk Nord in Unterföhring.
Umstritten: Heizkraftwerk Nord in Unterföhring. © Marcus Schlaf

Eigentlich hätte der Kohleblock im Heizkraftwerk Nord laut Bürgerentscheid bereits Ende dieses Jahres vom Netz gehen sollen. Dies hatte die Bundesnetzagentur untersagt, die daraufhin vom Stadtrat beschlossene Reduzierung der Kohleverbrennung macht den Stadtwerken (SWM) als Betreiber des Kraftwerks aber offenbar größere Probleme. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke/Die Partei im Stadtrat hervor.

Demnach sorgt die vom Stadtrat beschlossene „CO2-optmierte Fahrweise“ für Ablagerungen von Partikeln – die dann an die Luft geraten. So geschehen beim Anfahren des Blocks im Herbst 2020. Dort sei es, so die Stadtwerke, „zu einem Austrag von Partikeln“ gekommen, der auch kommuniziert worden sei.

Die Stadtwerke haben als Problem ausgemacht, dass die Betriebslast gemäß Stadtratsbeschluss zwischen April und Juni lediglich bei 24 Prozent gelegen habe. Die Partikel konnten sich also im Kraftwerk ablagern. Im Sommer steht das Kraftwerk dann für zwölf Wochen still. Danach, unter 60 Prozent Last, die in der Heizperiode vom 1. November bis 31. März vom Stadtrat vorgeschrieben wurde, lösten sich die Partikel und gelangten in die Umwelt.

Dies sei auch der Grund dafür, warum das Kraftwerk im Winter 20/21 insgesamt deutlich unter den vereinbarten 60 Prozent Last betrieben wurde. „Die Ablagerung von Partikeln machte umfangreiche Reinigungsmaßnahmen notwendig“, erklären die Stadtwerke. Dadurch sei der Kohleblock insgesamt vier Wochen im November und Dezember 2020 still gestanden.

Die Stadtwerke schildern die Situation als durchaus kritisch. „Es kam zu erheblichen Schwierigkeiten in der Wärmeversorgung.“ Andere Kraftwerke hätten die nicht vorhandenen Leistung aus dem Block 2 kompensieren müssen. Das düstere Fazit der Stadtwerke: „Ein Engpass in der Wärmeversorgung kann bei erneutem Auftreten nicht ausgeschlossen werden.“ Als Konsequenz haben die Stadtwerke den Kohleblock außerhalb der Heizperiode mit höherer Last als der vom Stadtrat geforderten 24 Prozent betrieben. „Ein Betrieb mit 24 Prozent Leistung war nach diesem Ereignis nicht mehr möglich.“

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