Untreue in rund 140 Fällen

TU-Professor zweigt 1,5 Millionen Euro ab

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Professor Klaus B. (70, rechts) mit seinem Anwalt

München - Ein emeritierter Professor der Technischen Universität München hat Auftragsgelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro veruntreut. Jetzt entschied das Landgericht über die Strafe.

Sein schönstes Geschenk bekam Professor Dr. Klaus B. schon einen Tag vor seinem 70. Geburtstag – seine Freiheit! Der ehemalige Inhaber des Lehrstuhls „Informationstechnik im Maschinenwesen“ an der Technischen Universität München musste sich am Dienstag vor dem Landgericht wegen Untreue in rund 140 Fällen verantworten – und er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Klaus B. hatte von 2005 bis 2009 Aufträge von Firmen aus der Fertigungsbranche angenommen und die Vergütung in die eigene Tasche gesteckt. Das Geld in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro hätte eigentlich in die Kasse der TU fließen müssen. An den Projekten arbeiteten wissenschaftliche Mitarbeiter, die von der Uni (also vom Staat) bezahlt werden. Außerdem wurden für die Prüfungen Laboreinrichtungen der TU benutzt.

„Ich bin ein gebrochener Mann“, gab der ehemalige Professor zu Beginn der Verhandlung zu. „Ich bedauere mein Fehlverhalten zutiefst und entschuldige mich bei meinen Mitarbeitern, der Fakultät und meiner Familie“, fügte er an.

Der tiefe Fall des einst überaus angesehenen Professors begann mit einem Versehen. Die Firma Siemens überwies 424 000 Euro versehentlich auf ein Konto der Technischen Universität statt auf das Privat-Konto des Professors. So kamen nach und nach die ganzen Geschäfte ans Tageslicht.

Der Vorsitzende Richter Anton Winkler verurteilte den Professor zu zwei Jahren auf Bewährung, einer Geldstrafe von 36 000 Euro sowie zur Wiedergutmachung des Schadens. Das Urteil war das Ergebnis eines so genannten Rechtsgesprächs.

tz

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