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Wie wird der Rest-Sommer in München? Siebenschläfertag gibt Vorgeschmack - das besagt die Bauernregel

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Wie wird der Sommer 2022 in München? Der Siebenschläfertag soll einen Vorgeschmack bieten. Doch die Prognose ist dieses Jahr laut Experten schwierig.

München – Nach zwei Jahren der Corona-Pandemie können die Münchner nun endlich wieder den Sommer in der Stadt in vollen Zügen genießen: Konzerte, Radtouren, Grillabende. All das macht bekanntlich am meisten Freude, wenn die Sonne vom hellblauen Himmel strahlt.

Siebenschläfertag: Er soll ein Indiz für das Sommer-Wetter sein

Ob uns in den kommenden Wochen ein Traum-Sommer erwartet oder doch wechselhaftes Wetter vorherrscht, das sagt angeblich eine alte Bauernregel voraus. Um aber einigermaßen akkurate Vorhersagen treffen zu können, muss man die Regel etwas abändern.

Elf verschiedene Varianten zur Siebenschläfer-Bauernregel gibt es. Zum Beispiel: „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“ Oder: „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.“ Sie alle haben gemein, dass das Wetter am Siebenschläfer-Tag, dem 27. Juni, voraussagen soll, wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen werden wird.

München: Badende kühlen sich an und in der Isar ab
München erlebte im Juni 2022 schon einige Hitze-Tage. Doch braucht es im Sommer auch Abkühlung an der Isar? ©  Peter Kneffel/dpa

Ursprung des Siebenschläfertags: Hat nichts mit Nagetieren zu tun – dafür mit dem Mittelalter

Mit dem Nagetier Siebenschläfer hat der Tag nichts zu tun. Er geht auf die im Mittelalter verehrten „Sibenslaffer“ zurück. Der christlichen Legende zufolge haben sieben Brüder 195 Jahre in einer Höhle in der heutigen Türkei verbracht. Sie wurden lebendig eingemauert.

Gestorben seien sie dabei nicht – stattdessen nach knapp zweihundert Jahren, am 27. Juni 446, schlafend gefunden worden. Den Gedenktag an die sieben Heiligen strich die Kirche 1969 aus dem Kalender. Im Volksmund gibt es den Siebenschläfertag aber noch immer.

Meteorologe hält Vorhersage mit Siebenschläfertag als Basis für Sommer 2022 für schwierig

Und so ganz Unrecht hat die alte Regel nicht – insofern man sie ein wenig abändert. „Wenn man nicht nur den einzelnen Tag, sondern den Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli betrachtet, kann man daraus durchaus etwas ablesen“, sagt Andreas Brömser, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Ist das Wetter in dem Zeitraum stabil, werde der Hochsommer bis Mitte August mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 Prozent stabil und damit eher sonnig. Ist das Wetter instabil, drohe zu 70 Prozent ein eher instabiler Sommer.

Was heißt das nun für den Münchner Sommer? Brömser: „Dieses Jahr ist eine Vorhersage etwas schwierig, weil das Wetter sehr wechselhaft ist. Insofern man es aktuell überblicken kann, ist ein wechselhafter Hochsommer eher wahrscheinlich.“ Doch alle Sonnenanbeter können aufatmen: Dem Experten zufolge seien heiße Sommerwochenenden dennoch möglich.

Siebenschläfer: Bauernverband greift lieber „auf Wissenschaft zurück“

Obwohl der Siebenschläfertag im Volksmund als Bauernregel gilt, findet sie in der Landwirtschaft schon lange keine Anwendung mehr. „Das war eher eine Regel, die meine Oma in ihrem Garten angewandt hat“, erinnert sich Anton Huber vom Bayerischen Bauernverband. Die Landwirtschaft sei in hohem Maße vom Wetter abhängig. „Da kann man sich nicht auf eine alte Regel verlassen, sondern greift auf Wissenschaft zurück. Landwirte haben teilweise eigene Wetterstationen.“

Und auch wenn die Münchner mit Blick auf das Wetter wohl zumindest nicht allzu pessimistisch auf den Hochsommer blicken müssen, bräuchten die Bauern und deren Felder laut Huber vor allem eines: Lang anhaltenden Regen statt kurzer Gewitter und Dauersonne. (so)

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