Progressives aus Polen

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Premiere in München: Riverside-Chef Mariusz Duda

München - Riverside beweisen bei ihrem ersten München-Konzert, warum sie aus der Königsklasse der Prog-Szene nicht mehr wegzudenken sind.

Für die Progressive-Gemeinde ist der Goldene Herbst schon Wirklichkeit. Da wären zum einen die starken neuen Alben von Fates Warning, Dream Theater, Haken, Subsignal oder Memento Waltz, zum anderen die Highlights an der Konzertfront. Am 1. Oktober der begeisternde Auftritt von Subsignal im Backstage Club, am kommenden Freitag (11.10.) Fates Warning in der Augsburger Musikkantine. Und jüngst: Riverside im gemütlichen Strom in der Münchner Lindwurmstraße. Das Quartett aus Warschau um Bandleader/Sänger/Bassist Mariusz Duda gastierte zum ersten Mal in der bayerischen Landeshauptstadt - und war so angetan vom euphorischen Publikum, dass Duda am Morgen danach bei Facebook ein "Thank you for yesterday's show Munich! Veeery nice response! :)" postete.

Vor der Response kam die Performance. Und da legten Riverside den Schwerpunkt - natürlich - auf ihr im Januar veröffentlichtes "Shrine of New Generation Slaves"-Album, mit dem sie ihr Spektrum um 70er Jahre-Hammond-Sounds erweitert haben. Sechs Songs gab's vom tendenziell ruhigen Fünftwerk zu hören, beginnend mit dem beschwörenden "New Generation Slave", endend mit dem facettenreichen Dreizehnminüter "Escalator Shrine", einem DER (Retro)-Prog-Songs des Jahres. "Left Out" vom "Anno Domini High Definition" - Meisterwerk markierte als zweite Zugabe den Schlusspunkt eines inspirierenden Konzertabends. Dudas hypnotische Bassläufe, die Gilmour-beeinflussten Gitarrensoli von Grudzinski, und die zauberhaften Keyboardklänge von Lapaj klangen noch lange nach im Rezensentenschädel. Wer Riverside noch nicht kennt, aber mit Steven Wilson und/oder Anathema etwas anfangen kann, sollte den Polen unbedingt eine Chance geben. Es lohnt sich!

Ludwig Krammer

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