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Tausende neue Wohnungen für München: Wo genau jetzt neuer Wohnraum entstehen wird

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Von: Nina Bautz

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Luftperspektive des Marienplatzes in München.
Luftperspektive des Marienplatzes in München. © Dmitry Rukhlenko/Imago

Über ein Dutzend Mal entsteht großflächig neuer Wohnraum für alte und neue Münchner. Das sind die künftigen Großprojekte.

München - München platzt aus allen Nähten. Es gibt zu wenig (bezahlbare) Wohnungen in der Stadt. Die Politik versucht, gegenzusteuern und plant etliche Bauprojekte mit zehntausenden Wohnungen. Die tz hat die größten kommenden Wohnungsbauvorhaben herausgesucht.

Großprojekte in München: Hier entsteht neuer Wohnraum

Münchner Nordosten: Bis zu 30.000 Einwohner sollen im größten neuen Stadtquartier Münchens auf 600 Hektar in der Nachbarschaft von Englschalking, Daglfing und Trudering eine neue Heimat finden. Baubeginn ist erst in den 2030er-Jahren. Für das Projekt soll voraussichtlich eigens die Linie U4 verlängert werden sowie eine Straßenanbindung und ein 130 Hektar großer See gebaut werden. Die Preise werden voraussichtlich alle Kategorien abdecken, auch genossenschaftliches Wohnen mit bezahlbaren Mieten soll eine Rolle spielen.

Am Dreilingsweg: 950 Wohnungen für rund 2.300 Bewohner entstehen auf 15 Hektar überwiegend landwirtschaftlich genutzter Fläche im Stadtbezirk Pasing-Obermenzing, zu einem kleinen Teil ragt das Quartier auch nach Aubing-Lochhausen-Langwied. 55,5 Prozent der Fläche gehören der Landeshauptstadt München und 44,5 Prozent der Bayerischen Hausbau. 50 Prozent der Wohnfläche ist für den sozial geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Das Wohngebiet liegt zwischen der Würmau und der Langwieder Heide. Mit der Erschließung der Flächen soll voraussichtlich in 2025 begonnen werden. Die Fertigstellung der ersten Wohneinheiten ist für 2027 geplant.

Kirschgelände: Das 12 Hektar große Allacher Gewerbegebiet verwandelt sich in ein Wohngebiet mit 1.300 Wohnungen. Der Name stammt vom ansässigen Dampfsäge- und Hobelwerk „Theodor Kirsch & Söhne“. 60 Prozent der Wohnbauflächen sollen im freifinanzierten Wohnungsbau realisiert werden, vierzig Prozent im geförderten Wohnungsbau. Darüber hinaus geplant sind unter anderem Kindertagesstätten, eine Grundschule inklusive Sporthalle. Insgesamt 57.000 Quadratmeter der Gesamtfläche sollen öffentliche Grün- und private Freiflächen werden. Geplanter Baubeginn: Ende 2023/Anfang 2024.

München-West: Schon bald soll das Stadtquartier Meinraum München West in Aubing-Lochhausen-Langwied mit 500 Wohneinheiten bezugsfertig sein. Hier entstehen sowohl Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen von circa 29 bis 130 Quadratmetern sowie sieben Stadthäuser mit Privatgarten, Terrasse und Loggia auf vier Geschossen mit fünf Zimmern. Derzeit sind Wohnungen von 285.000 bis 1.289.000 Euro verfügbar. Der erste Bauabschnitt ist heuer fertig, der zweite folgt 2023, der dritte 2024 (Anfragen über www.meinraum.de).

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Tausende Wohnungen in München: Auch diese Viertel bekommen Zuwachs

Eggarten-Siedlung: Weitgehend autofrei soll diese grüne Siedlung mit 1.800 Wohnungen auf 21 Hektar werden. Der Natur- und Artenschutz soll hier eine besondere Rolle spielen. Anwohner und Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen die Bebauung des Lebensraumes für viele Tierarten. Der Entwurf von Studio Wessendorf aus Berlin sieht vor, Bäume und drei Bestandsgebäude zu erhalten sowie die neuen Gebäude um kleine grüne Höfe zu bauen. Ein Teil der Wohnungen soll vergleichsweise günstig werden, da es auch geförderte Wohnungen und Genossenschafts-Wohnungen geben soll.

Ramersdorf-Perlach: Auf dem Gelände der Kiesgrube zwischen Friedrich-Creuzer-Straße und Karl-Marx-Ring in Perlach werden 1.300 Wohnungen gebaut. Am Rande des Truderinger Waldes entstehen dort auf 12,8 Hektar unter anderem auch drei Kindertagesstätten. 390 der Einheiten sollen im geförderten Wohnungsbau entstehen. Das Zentrum des Quartiers bildet ein öffentlicher Park.

Neu-Freimann: Das Viertel Neu-Freimann mit rund 5.500 Wohnungen für bis zu 15.000 Bewohner entsteht bis 2030 auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne. Auf der Baustelle wird bereits fleißig gewerkelt. Auch die städtische Wohnungsgesellschaft GWG baut hier 840 bezahlbare Wohnungen. Nachhaltigkeit wird auf dem 48 Hektar-Gelände großgeschrieben: Unter anderem wird der Beton der vorherigen Bauten wiederverwendet.

Hofmann-Höfe: Auf dem früheren Siemens-Betriebsgelände in Obersendling wird ein ungewöhnliches Wohnquartier mit rund 1.400 Einheiten und einer Gesamtgeschossfläche von 155.000 Quadratmetern entstehen. Ein geschlungenes, siebengeschössiges Gebäude sowie sieben 13-Geschoss-Bauten werden privat und gemeinschaftlich genutzte Dachgärten beherbergen. Auch hier werden geförderte Wohnungen integriert sein. Das Siemenswäldchen, ein weiteres Gehölz und andere alte Bäume bringen viel Grün in die Anlage. Geplanter Baubeginn: 2024.

Münchens Mammut-Projekt: Neuer Wohnraum für 25.000 Menschen in Freiham-Nord

Freiham-Nord: Das Mammut-Projekt im Westen der Stadt für über 25.000 Menschen auf 350 Hektar kennt inzwischen jeder Münchner. Freiham Süd ist bereits länger bezogen. Im größeren Nordteil wird gerade der erste von zwei Realisierungsabschnitten gebaut. Die ersten 1.500 Bewohner haben die Wohnungen dort bereits bezogen. Nach und nach kommen nun bis 2027 tausende Wohnungen dazu. Das wird eine Stadt in der Stadt! Der Großteil der Wohnungen ist gefördert, zum Beispiel München-Modell mit Einkommensnachweis.

Messestadt Riem: 16.000 Menschen leben bereits in der Messestadt Riem. Nach dem Umzug des Flughafens ins Erdinger Moos wurden damals 560 Hektar für ein ganz neues Viertel frei. Im nun anstehenden fünften und letzten Bauabschnitt werden bis zu 2.500 neue Wohnungen auf der Fläche zwischen Kirchtrudering und der Messestadt gebaut. Der geplante Baubeginn ist voraussichtlich 2025. Der Entwurf sieht zwei klar abgegrenzte Baufelder mit deutlichen Quartierszentren entlang der neuen Entlastungsstraße vor. Durch eine starke Verdichtung um diese beiden Mitten kann dazwischen ein großes Grünband freigehalten werden.

Lerchenauer Straße: In den kommenden Jahren entsteht in Feldmoching am Lerchenauer Feld auf 23,8 Hektar ein Areal mit 1.600 Wohnungen, Schul- und Sportcampus. Die Hälfte der Fläche der bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen nahe dem Fasaneriesee gehört der Stadt. Darauf soll auch bezahlbarer Wohnraum entstehen. Des Weiteren ist ein fußgänger- und radlfreundliches Konzept angedacht. Erste Baumaßnahmen könnten 2024 starten.

Botanikum: Im nördlichen Moosach, und zwar auf beiden Seiten der Feldmochinger Straße, werden voraussichtlich rund 550 Wohnungen entstehen. Ein großer Innenhof soll Grün und Kindergartenfläche garantieren. Zur Feldmochinger Straße hin sind zwei Gebäude angedacht, die eine Art Eingang bilden. Das Botanikum, das unter anderem 30 Künstlerateliers und Veranstaltungsflächen beherbergt und nördlich davon liegt, soll für eine Ausgleichs-Grünfläche weichen – nicht ohne Widerstand.

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