Proll-Prinz schon wieder vor Gericht

Marcus von Anhalt rieb sich vor Gericht erstaunt die Augen.

München - Von Los Angeles auf eine abgewetzte Anklagebank im Münchner Strafjustizzentrum: Das behagte Prinz Marcus von Anhalt gar nicht.

 „9000 Euro hat mich der Flug erster Klasse gekostet“, grantelt der 41-jährige Bordell-König, um gleich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. „Naja, es trifft ja keinen Armen“, prahlt der Sportwagen-Freak, dessen Porsche im Mai 2008 von der Polizei während eines illegalen Rennens beschlagnahmt worden war. Fahren ohne Fahrerlaubnis warf ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Polizei stoppt Millionärs-Rallye

Am 18. August 2010 war ein auf ihn zugelassener BMW X5 am Ende der A 8 in Obermenzing mit 92 km/h geblitzt worden. Tempo 60 ist dort erlaubt. Die Tempoüberschreitung war nicht das Problem, aber: Weil Prinz Marcus am 16. November 2008 in Fellbach bei Stuttgart „blaublütig“ mit 1,18 Promille am Steuer seines Porsches erwischt wurde,  verdonnerte ihn das Amtsgericht Waiblingen im November 2009 zu einer Geldstrafe von 200 000 Euro. Was dem Richter angesichts der 210 000 Euro teuren Uhr am Handgelenk des Prinzen angemessen erschien. Den PS-vernarrten Lebemann schmerzte mehr, dass er seinen Schweizer Führerschein abgeben musste! Wer ohne Lappen am Steuer erwischt wird - das weiß der Prinz genau - kriegt Ärger mit der Justiz. Nicht wenige seiner 18 Vorstrafen betreffen das Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Aus dem Bundeszentralregister zitierte Richter Thomas Jung auch eine Reihe härterer Straftaten: Betrug, Nötigung, Zuhälterei, Menschenhandel usw. Die ganze Litanei hörte sich der Rotlicht-Adelige genüsslich grinsend an. Vor Gericht machte er selbst keine Angaben. Da sich das Radar-Foto als einziges Beweismittel als wenig brauchbar erwies, stellte Richter Jung das Verfahren ein - auf Kosten der Staatskasse. Umso gesprächiger gab sich der Adoptiv-Prinz (siehe unten) nach dem günstigen Ausgang des Prozesses. „In so einen X5 würde ich mich nie reinsetzen“, höhnt er. „Der Typ am Steuer hat doch eine Glatze, aber das ist wohl den Strafverfolgern nicht aufgefallen. Das ist mein Kumpel Bernie, der mit einer Freundin nach München unterwegs war.“

Sein Anwalt Olaf Langhanki aus Mainz wetterte über die Münchner Justiz: „Der Verfolgungseifer ist so groß, dass man den Blick für die Realität verliert. Das Verfahren hätte man gleich einstellen können.“ Und nun? Der Adels-Spross zieht grinsend seine Krokodilleder-Jacke an: „Morgen jette ich wieder übern Teich - erster Klasse natürlich. Ich muss rechtzeitig  zur Oscar-Verleihung am Sonntag in Los Angeles sein.“

Eberhard Unfried

Das schillernde Leben des Bordell-Prinzen

Als Marcus Eberhardt erblickte er am 20. Dezember 1969 in Pforzheim das Licht der Welt. In den Hochadel stieg der Bordell-Besitzer auf, als er sich 2006 für ein paar Millionen Dollar von Prinz Frederic von Anhalt (selbst durch Adoption Mitglied des Hochadels) und dessen Frau, der Hollywood-Diva Za Zsa Gabor, adoptieren ließ.

Für Schlagzeilen sorgte der Lebemann durch seinen Hang für die teuersten Sportwagen der Welt. 2008 organisierte er mit Pamela Anderson ein „Royal Race“ durch Europa. Doch die Polizei machte einen Strich durch die Rechnung und beschlagnahmte die Autos der Teilnehmer.

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