Promi-Gipfel auf dem Nockherberg

Hopfner: Hatte gehofft, dass Hoeneß kein Thema ist

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Karl Hopfner (r.) mit Waldemar Hartmann.

München - Nicht nur die Politiker kamen zahlreich auf den Nockherberg am Mittwoch, sondern auch andere Prominente: ein Überblick über die Gäste.

Das Starkbier, Goethes Faust und die Münchner Prominenz – das passt nicht unbedingt zusammen. Als absolut Goethe-sicher erweisen sich am Mittwochabend auf dem Nockherberg nur die wenigsten. Rühmliche Ausnahmen: Focus-Herausgeber Helmut Markwort und Kabarettist Ottfried Fi­scher. Bei den beiden sprudelt es nur so.  

Finanzminister Markus Söder glänzt mit dem Satz: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen …“ – und gibt dies schmunzelnd als „das Motto der Staatsregierung“ aus. Gourmet-Papst Gerd Käfer mag zwar Klassiker, „wenn sie im Theater gespielt werden. Aber nur, weil man in der Pause ans Buffet gehen kann“. Eine Verhandlung mit dem Teufel würde er indes gern führen. „Mein Ziel wäre, ihn so zu ärgern, dass er mich wutentbrannt zum Petrus raufschickt.“ Käfer bedauert übrigens, dass Christian Udes Zeit in München vorbei ist. „Der beste OB, den wir je hatten. Für mich hätte er gern weitermachen können.“ Sigi Zimmerschied sieht das ähnlich: „Er hat die Stadt perfekt repräsentiert, war eine Gallionsfigur.“ Nur als Kabarettist sieht Zimmerschied bei Ude noch Lernbedarf.  

Der legendäre Wiesn-Wirt Richard Süßmeier antwortet gewohnt pfiffig, wenn’s um Goethes Faust geht: „Als des in der Schule dran war, ging der Krieg grad in die entscheidende Phase, da war leider keine Zeit mehr dafür. Und hinterher als Wirt war’s dann zu spät.“ Der Mann, der kein Geschäft ausließ, wurde übrigens auf einen Deal ganz sicher verzichten. Mit dem Teufel würde er sich nie einlassen. „Das ist noch für keinen gut ausgegangen … Auf den Teufel ist halt kein Verlass!“

Otti Fischer hatte einen Traum, als er am Nockherberg eintraf: „Ich fände es toll, wenn die Bavaria einmal eine Rede halten würde, in der keiner derbleckt wird. Das wär einmal eine Überraschung.“ Ansonsten sieht er auf Bayern schwere Zeiten zukommen, insbesondere, „weil der Ratzinger ja als Kostümträger wegfällt.“ Zwar könne dafür eventuell Tebartz van Elst einspringen … Aber nur, wenn er mit Uli Hoeneß eine Würstlbude eröffne, deren Einnahmen natürlich ordentlich versteuert werden würden, fantasierte der Kabarettist.

Landesmutter Karin Seehofer gesteht freimütig: „Bei Goethe kenne ich mich nicht aus.“ Ganz offen geht auch Professor Wolfgang

Heckler, Chef des Deutschen Museums, mit seinen Klassiker-Nichtwissen um: „Als Bildungsbürger sollte ich Faust kennen, aber ich kenne ihn nicht. Deshalb bin ich ja mit Helmut Markwort da.“ Und wie hält er’s mit dem Teufel? „Geschäfte würde ich lieber mit Engeln machen“, lacht er. „Aber als Naturwissenschaftler halte ich mich von beiden fern.“

Richtig Lust auf eine Begegnung mit dem Satan hat aber Helmut Markwort. „Das wäre ein spannender Interviewpartner. Ich verstehe gar nicht, warum alle immer mit dem Papst sprechen wollen. Dessen Antworten kennt doch jeder. Der Teufel wäre sicher für ein paar Überraschungen gut.“ In der Rolle des Mephisto kann sich Markwort an diesem Abend übrigens nur einen vorstellen: „Horst Seehofer. Der ist verwandlungsfähig.“

Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier gesteht ganz offen: „Der Faust war nicht meine Lektüre.“ Und mit dem Teufel hat er schon gar nichts am Hut. „Gott sei Dank. Obwohl, der Brandner Kaspar hat ja auch mit dem Boandlkramer verhandelt. Aber der Teufel ist sicher noch einmal ein anderes Kaliber.“ 

Professor Stefan Heller stellt sich oft die Gretchenfrage, allerdings inzwischen in ganz anderem Zusammenhang: „Zum Beispiel bei der Wahl eines neuen Autos.“ Zwar sei da die Entscheidung in München eigentlich klar, aber „andere Mütter haben im Prinzip ja auch schöne Töchter“. Beim Wahlverhalten stelle sich die Frage aber nicht – „weil ich streng katholisch bin.“ Udes Abschied kommentiert er süffisant: „Alles muss irgendwann vorbei sein, auch die leckersten Sachen haben ein Verfallsdatum und müssen irgendwann entsorgt werden. Natürlich sachgerecht.“ Für Ude sei vielleicht eine griechische Insel der richtige Platz.   

Nockherberg 2014 - die besten Bilder

Nockherberg 2014 - die besten Bilder

Hopfner: Hatte gehofft, dass Hoeneß kein Thema wird

Der designierte FC Bayern-Präsident Karl Hopfner räumt einen kleine Goethe-Schwäche ein – und hätte darauf gehofft, dass Uli Hoeneß kein Thema an diesem Abend wird: „Aber man kann’s eh nicht verhindern.“

Goethe im Blut hat dagegen Moderatorin und Unicef-Botschafterin Nina Ruge. Wie aus der Pistole geschossen feuert sie ein Faust-Zitat nach dem anderen ab. Und fügt, beinahe entschuldigend, hinzu: „Ich war doch Deutschlehrerin.“

Paulaner-Chefin Alexandra Schörghuber kennt ihre Klassiker: „Mein Sohn Florian hat letztes Jahr Abi gemacht. Da haben wir Goethe gepaukt.“ Und Audi-Boss Rupert Stadler versichert: „Faust hin oder her: Meine Seele steht nicht zum Verkauf. Sie gehört mir.“

Übrigens: So mancher Promi hätte gern mit Goethe-Zitaten geglänzt, lag aber doch daneben. Sein oder nicht sein ist halt von Shakespeare …

Das süffige Starkbier genossen u. a. auch: Unicef-Lady Claudia Graus mit Ehemann Herbert, die Schauspielerin Saskia Vester, Maxi Brückner und Jürgen Tonkel, Groß-Gastronom Roland Kuffler, Wiesn-Wirt Toni Roiderer, Charlotte Knobloch, Pop-Ikone Leslie Mandoki, Kult-Regisseur Xaver Bogner, sowie Kabarettist Helmut Schleich.

Linda von Beck/Wolfgang de Ponte

 

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