"Er wurde als Freund aufgenommen"

Promi-Wirt: Autogauner brachte mich um 350.000 Euro

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Patrick Bertermann in seiner Tapas-Bar Miura am Oberanger.

München - Verträge per Handschlag sind für Patrick Bertermann (43) üblich. Einen Handschlag-Vertrag bereut er jedoch bitter: „Diese Geschichte hat mich gut 350.000 Euro gekostet!“

Verträge per Handschlag sind für Patrick Bertermann (43) üblich. „Das kenne ich vom Rennsport“, so der Internet-Unternehmer (iCrossing), Gastronom ("MiuraTapas" und "Zum Goldenen Kalb") sowie Pferderennstall-Besitzer gestern als Zeuge vor Gericht. Einen Handschlag-Vertrag bereut er jedoch bitter — den mit dem Angeklagten Dominik K. (29). „Diese Geschichte hat mich gut 350 000 Euro gekostet!“

Angeblich spielsüchtig: Dominik K.

K. legt die Hände vors Gesicht, als Bertermann erzählt, wie er den jungen Mann in der Schrannenhalle kennengelernt hat. „Er hat sich als Großkundenbetreuer bei Audi vorgestellt.“ Er komme günstig an Mitarbeiter-Fahrzeuge, die er weiterverkaufen wolle. Bertermann fand ihn sympathisch: „Wir haben ihn zum Urlaub nach Spanien eingeladen. Er wurde als Freund aufgenommen.“

24 000 Euro Anzahlung kassiert, aber von Dominik K. nicht geliefert: ein Porsche Cayenne.

Mit Bertermanns Hilfe fand Dominik K. im Oktober und November 2012 viele Leute, die sich für noble Autos wie Audi Q 7, A 8 oder Porsche Cayenne interessierten. Von allen 44 Kunden kassierte der Angeklagte Anzahlungen von 30 Prozent des Kaufpreises. Bertermann bestellte bei K. unter anderen einen Audi RS 3, zahlte 70 000 Euro an. Nur: Die Fahrzeuge kamen nie an. Kein Wunder: Dominik K. soll nie für Audi gearbeitet haben!

Trotzdem bestellte der Angeklagte 25 Kunden ins Audi-Zentrum nach Ingolstadt. Dort erschien er in Anzug und Krawatte, bat die Leute um Geduld und verschwand!

Patrick Bertermann am Montag im Strafjustizzentrum.

Bertermann, der auch seine Villa an K. und dessen Vater vermietet hatte (ohne einen Cent zu erhalten), sah sich bei vielen geprellten Kunden in der Schuld: „Ich habe ihnen die Anzahlungen erstattet.“ Dominik K. behauptet, er sei spielsüchtig und beantragte eine psychiatrische Untersuchung. Der Prozess wurde ausgesetzt.

Eberhard Unfried

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