Flaschensammler als Verkäufer für BISS

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Mitmachen ist Ehrensache: Bar-Legende Charles Schumann (M.) mit den „Tatort“-Kommisaren Udo Wachtveitl (l.) und Miro Nemec. Für die BISS-Aktion bekleben die drei Pfandflaschen mit Aufrufen, sich als Austräger der Obdachlosen-Zeitung zu bewerben. Wer eine Flasche zu BISS bringt, erhält doppelten Pfand und vielleicht eine Festanstellung.

München - Das Obdachlosen-Magazin will mit Leergut neue Verkäufer gewinnen und die Münchner Prominenz hilft. Für die TV-Kommissare Nemec und Wachtveitl ist das ebenso selbstverständlich wie für Barchef Schumann.

In U-Bahnhöfen, an Straßenecken, überall findet man die Verkäufer des Münchner Straßenmagazins BISS. Jetzt haben sich die Macher etwas ganz Ungewöhnliches einfallen lassen: Flaschensammler sollen als neue Verkäufer geworben werden.

Immer mehr Menschen in München sind von Armut bedroht, BISS sucht deswegen neue Verkäufer für das monatlich erscheinende Magazin. Pfandflaschensammler sind dabei die perfekte Zielgruppe. „Als Flaschensammler müssen Sie auch Geduld, Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit beweisen. Genau das braucht man als BISS-Verkäufer“, meint Johannes Denninger. Um die Sammler anzusprechen, werden deswegen Pfandflaschen als Werbemedium genutzt. Diese werden mit speziellen Aufklebern versehen und überall in der Stadt verteilt. Die Flaschensammler können dann die gefundenen Flaschen entweder gegen das doppelte Pfand eintauschen-  oder im bestmöglichen Fall gegen eine baldige Festanstellung bei BISS.

"Kann jeden nur dazu aufrufen, die Zeitung zu kaufen"

Auch prominente Unterstützung gibt es bei der einmaligen Aktion. So beklebten gestern neben Deutschlands bekanntestem Barkeeper, Charles Schumann, auch die Tatort-Kommissare Miro Nemec und Udo Wachtveitl die Pfandflaschen. Wachveitl, der schon seit Jahren Stammkäufer der Zeitung ist, findet die ganze Aktion sehr gut. „Durch die Zeitung bekommt man einen Einblick in das Leben der Leute. Ich kann jeden nur dazu aufrufen, die Zeitung zu kaufen. Die 1,80 Euro tun niemandem weh.“ Durch die Aktion erhofft er sich, dass noch mehr Menschen das Magazin kaufen. Sein Tatort-Kollege Miro Nemec kann dem nur zustimmen. Die Arbeit an einem Tatort, der im Obdachlosenmilieu spielt und in dem Obdachlose mitgewirkt haben, ermöglichte ihm einen neuen Blick auf das Leben der Betroffenen. Als Münchner sieht er seine Helferrolle auch als Verpflichtung für die eigene Stadt.

Für Charles Schumann ist es selbstverständlich, dass er bei der Aktion mitmacht. „Man muss Aufmerksamkeit erregen. Ich hoffe dass die Wünsche der BISS mit dieser Aktion in Erfüllung gehen.“ Bei seiner Bar gibt es schon seit Jahren BISS-Verkäufer, er selbst kauft sie auch. „Man sollte einmal darüber nachdenken, dass einem das auch selbst widerfahren kann.“ 34 festangestellte Verkäufer gibt es derzeit in München. Mit ein bisserl Glück werden es bald noch mehr.

MA

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