Patent-Streit

Große Demo in München: Protest gegen Carlsberg und Heineken

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500 Jahre Reinheitsgebot: Doch jetzt gibt‘s Streit um den Gerstensaft.

Dieses Thema ist uns bierernst! Die Vertreter „Keine Patente auf Saatgut“ rufen zur Demonstration auf. Der Grund: Ein Patent von Carlsberg und Heineken.

Weil sich die Brauerei-Konzerne Carlsberg und Heineken im vergangenen Jahr ein Patent auf ihre Braugerste gesichert haben, rufen die Vertreter des europaweiten Bündnisses „Keine Patente auf Saatgut“ nun zur Gegendemonstration auf. Mit Pferdegespann und Öko-Bier wollen die Patent-Gegner am heutigen Mittwoch ab 11 Uhr vor dem Europäischen Patentamt (EPA) am Bob van Benthem Platz vorfahren und die Bewilligung des „Patents auf Braugerste und Bier“ anfechten.

Anfang des Jahres hatten die Vertreter des Bündnisses schon einmal versucht, Einspruch gegen zwei der insgesamt drei vom EPA erteilten Patente einzulegen. In ihrem dritten Patentantrag haben Carlsberg und Heineken Anspruch auf eine Gerstenzüchtung erhoben, die aus der Kreuzung zweier einzelner Züchtungen entstanden ist. Was für die Konzerne eine gewinnbringende – und somit schützenswerte – „Erfindung“ darstellt, werten die Patent-Gegner nur als „zufällige Mutation des Erbguts“. Das EPA begründete die Bewilligung der Patentanträge ihrerseits damit, dass die Produkte, die aus einer Züchtung hervorgehen, tatsächlich als Erfindung gelten, auch wenn das Verfahren der Züchtung selbst nicht patentierbar ist.

„Pflanzen sind keine Erfindung“

Jetzt wollen die Patent-Gegner öffentlich darauf aufmerksam machen, „dass Pflanzen keine Erfindungen sind“. Interessant dabei ist, dass die Aktion nur wenige Wochen vor der finalen Sitzung des Verwaltungsrates des EPA stattfindet, bei der eine Entscheidung über die Zukunft der Patentierung von Pflanzen und Tieren getroffen wird. Mit dem Ausgang der Verhandlung steht und fällt die Entscheidung, ob die „Patente auf Leben“ bald der Vergangenheit angehören.

Sollten die Einsprüche der Bündnispartner scheitern, hätten Konzerne wie Carlsberg oder Heineken künftig nicht nur die Kontrolle über genmanipulierte Pflanzen, sondern auch über die ganz normale Züchtung. „Unser Ziel ist es, die Verbraucher und Landwirte vor der Abhängigkeit von den Konzernen zu bewahren“, heißt es von Seiten der Demonstranten. 

Sarah Brenner

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