So protzig lebte Gaddafis Sohn - Bilder aus seiner Villa

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Das Haus in Waldperlach: Hier führte Saif al-Arab Gaddafi ein Leben in Saus und Braus. Am 30. April starb der Sohn des libyschen Diktators bei NATO-Angriffen in Tripolis

München - Saif al-Arab Gaddafi (29) war offiziell zum Studieren in München. Doch Probieren ging für den jungen Mann über Studieren – der Sohn von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi führte ein Playboy-Leben voller Prunk:

Partys, Frauen, teure Autos. Alles „sponsored by Daddy“. Am 30. April fand das Leben des Luxusdiktatorensohns (Taschengeld angeblich 300.000 Euro pro Monat) ein jähes Ende: Der zweitjüngste von sieben Stammhaltern starb bei NATO-Angriffen in Tripolis. Jetzt liegen der tz Bilder aus Saif al-Arabs Münchner Villa vor: Marmor, Gold, Waffen und Protz, wohin das Auge auch blickt. Allein das Treppenhaus mutet an wie der Eingangsbereich eines Schlosses. Edle Geländer, an der Decke prangt ein Kronleuchter, der einen Durchmesser von über zwei Metern hat. Das Haus verfügt über mehrere Badezimmer, alle sind – muss man es überhaupt erwähnen? – mit goldenen Wasserhähnen aufgemotzt, sogar die Klospülung.

Bilder aus der Luxus-Villa

Waldperlach: So protzig lebte Gaddafis Sohn

Ähnlich nobel auch die drei Gästezimmer. Man will ja auch repräsentieren, und das Haus von Gaddafi Junior soll vor allem in der Nacht immer voll gewesen sein. „Da wurden wilde Partys gefeiert“, erzählt jemand, der öfter in der Villa war, aber seinen Namen nicht der Zeitung nennen will. Vor allem unten, im edlen Pool-Bereich, hielten sich Saif al-Arab und seine Freunde gerne auf. „Da hat es am nächsten Tag ausgesehen, dass man es kaum glauben mag!“ Doch das schien Gaddafi Junior wenig zu interessieren. Hausmeister und Haushälterinnen mussten wieder für Ordnung sorgen, während er sich von den nächtlichen Strapazen erholte. Vor 15 Uhr soll er nie aufgestanden sein. Auch in seinem Schlafzimmer gab es, wie an anderen Stellen im Haus, Überwachungskameras.

Unter dem Bett soll der 29-Jährige übrigens auch mehrere Waffen deponiert haben: Schwerter, Gewehre, Pistolen. In seiner Garage standen mehrere Sport- und Luxuskarossen. Wenn er losfuhr, verärgerte er mit dem Röhren der Motoren auch schon mal die Nachbarn. Am bekanntesten war wohl sein schwarzer Ferrari F430. Mit 490 PS war er zu laut für deutsche Straßen. Nicht nur das brachte ihm Ärger mit der Polizei ein. Bis Anfang 2011 führte Gaddafi ein ausschweifendes Leben in Waldperlach. „Dann war er von einem Tag auf den anderen verschwunden“, erzählt der tz-Informant. Er kehrte offenbar zu seinem Vater nach Libyen zurück. Dort toben seit dem 15. Februar die Aufstände gegen das Regime seines Vaters.

Seit dem 19. März fliegen die NATO-Verbündeten Luftangriffe, um den Diktator zu stürzen. Dabei bombardierten sie auch ein Haus, in dem sich der Gaddafi-Clan aufhielt. Dabei starb Saif al-Arab, sein Vater überlebte und klammert sich nach wie vor an die Macht. Sein Sohn kam 2006 nach München. Neben dem Haus in Waldperlach — Geld spielt keine Rolle — kaufte Gaddafi Senior ihm im Herbst 2008 eine weitere Villa. Das Haus des ehemaligen Chefs der Hypo Real Estate – Pleitebanker Georg Funke. Dieser konnte sich den Tempel im Bogenhausener Herzogpark einfach nicht mehr leisten. Der Deal mit Gaddafi lief über die Immobilienfirma Duken & v. Wangenheim. „Gekauft hat es offiziell der Staat Libyen“, sagte Detlev Freiherr von Wangenheim unserer Zeitung. Fast acht Millionen Euro blätterte Gaddafi dafür hin. Eingezogen ist dort niemand, Saif al-Arab blieb in Waldperlach. „Jetzt liegt das Ganze auf Eis“, sagt von Wangenheim. „Seit den Unruhen ist da Stillstand.“ Ähnlich dürfte es sich mit dem Luxus-Tempel in Waldperlach verhalten. Wenn man dort klingelt, öffnet zumindest niemand die Tür …

DOS

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