Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Prozess: Anhalterin zieht Fahrer Messer über Hals

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Christina S. ist u. a. wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie hatte in der Nacht zum 7. September 2010 den 35-jährigen Yas M., der sie als Anhalterin Richtung Trudering mitgenommen hatte, mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt.

München - Weil sie einem Autofahrer mit dem Taschenmesser in Kopf und Hals stach, steht eine 21-Jährige wegen versuchten Mordes vor Gericht. Sie sagt, der Mann habe sie sexuell belästigt. Doch ist sie selbst kein unbeschriebenes Blatt.

Was geschah wirklich in jener September-Nacht? Klar ist: Die Anhalterin Christina S., damals 20, hat es Yas M. übel gelohnt, dass er sie im Auto mitnahm. Sie hat dem Fahrer ein Taschenmesser durch die rechte Halsseite gezogen, hat es ihm außerdem in die untere Kopfpartie und ins linke Schulterblatt gestoßen. „Er hat mich am Oberschenkel angefasst“, ist der Grund, den sie im Mordprozess vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts angeben kann. Der 35-Jährige bestreitet das.

Die angehende Medizinisch Technische Assistentin hat nach ihrer Festnahme noch in der Nähe des Truderinger Tatorts den angeblichen Übergriff nicht erwähnt. Es sei „nichts voraus gegangen“, sagte sie damals. Erst als sie ausdrücklich gefragt wurde, ob der Autofahrer zudringlich geworden sei, fielen ihr nach und nach Berührungen am Arm und am Bein ein, „zwischen den Schenkeln“, sagt sie jetzt. Beim psychiatrischen Sachverständigen sprach sie von „Angst vor Vergewaltigung“.

Christina S. war damals mit einer Freundin in verschiedenen Giesinger Lokalen. Alkohol trinke sie sonst eher wenig, sagt sie. Und so will sie einen Filmriss für die Zeit vor dem Einsteigen ins Auto geltend machen. Fest steht allerdings, dass sie sich etwa eine Stunde im U-Bahnhof Silberhornstraße aufhielt, Händchen haltend mit einem jungen Mann, die Überwachungskamera hat das aufgezeichnet. Die Angeklagte hat keine Ahnung, wer der Mann war, er wurde trotz eines Aufrufs in den Medien bis heute nicht gefunden.

Christina S. erinnert sich an eine SMS ihrer besorgten Eltern, die fragten, wo sie sei und wann sie heimkomme. Gegen halb drei Uhr früh stieg sie zu Yas M. ins Auto. Laut Anklage lotste die junge Frau den Fahrer etwa eine Stunde durch die Gegend, wobei sie ihn mehrmals habe anhalten lassen, so auch in der Hochkönigstraße. Dort habe sie vorgegeben, ihr sei etwas heruntergefallen, und, als sich Yas M. bückte, zum Messer gegriffen. Er wehrte sich, sie flüchtete. Der schwer verletzte Fahrer alarmierte per Handy die Polizei, die das Mädchen in der Nähe stellte. Die Angeklagte biss und trat vergeblich um sich.

„Probleme mit der Obrigkeit“ hat Christina S. schon öfter gehabt, sagt Staatsanwalt Andreas Franck. Im Juli 2010 schlug sie mit Händen und Füßen um sich, als Polizeibeamte sie wegen Rauchens im U-Bahnhof zur Rede stellten. Zwei Monate zuvor wurde sie in der Rosenheimer Straße kontrolliert, dabei fanden Polizisten zwei Messer. In ihrer Wohnung hortete sie weitere acht Stichwaffen und zwei Schlagringe. Die Angeklagte stand auch schon vor Gericht, unter anderem wegen Körperverletzung. In der Tatnacht hat ihrer Darstellung zufolge der Fahrer zwei Mal grundlos angehalten, „ich hatte ein ungutes Gefühl“. Als er sie dann berührt habe, „fiel das Messer aus meiner Hosentasche, ich klappte es auf, machte eine Bewegung und erwischte ihn am Hals“. Er habe sie an beiden Handgelenken festgehalten, „da habe ich Panik bekommen“. Der Prozess dauert an.

Von Sarah List

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