Prozess: Brutaler Überfall in Sex-Shop

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Wegen schweren Raubes angeklagt: Daniel V.

München - Ein Angestellter eines Sex-Shops in der Schwanthaler Straße wurde brutal überfallen. Jetzt schilderte er sein Martyrium vor Gericht. Einer der Täter entschuldigte sich jetzt vor Gericht.

Michael K. jobbt nachts in einem Sex-Shop an der Schwanthalerstraße. Hier kommen Männer, verschwinden in Videokabinen, ziehen sich Pornos rein. Die Nacht zum 27. Dezember 2011 wird der 35-Jährige nie vergessen: Plötzlich stürmten zwei maskierte Männer auf ihn zu, schlugen brutal auf ihn ein, einer bedrohte ihn sogar mit einem Revolver!

Als Zeuge schilderte Michael K. gestern vor dem Landgericht, wie die Verbrecher ihn mit Fäusten traktierten und versuchten, ihn mit Kabelbindern zu fesseln. Sie drängten ihn in eine der Porno-Kabinen. „Da hat es mir gereicht“, so der Zeuge. „Ich habe sie rausgestoßen.“ Die heftige Gegenwehr des 35-Jährigen kam für die Täter derart überraschend, dass Michael K. durch den Notausgang flüchten konnte. „Ich habe die Tür von außen versperrt.“

Die Ganoven wollten die Kasse plündern, doch die war leer! Einen der Räuber konnte die Polizei in der Nähe des Tatorts festnehmen: Daniel V. (52). Er gab am Donnerstag vor Gericht alles zu und entschuldigte sich bei seinem Opfer. Der gebürtige Kubaner war 1999 nach Deutschland gekommen – der Liebe wegen! Als Fremdenführer hatte er in seinem Heimatland die attraktive Bayerin kennengelernt. Die beiden heirateten, Daniel V. wurde deutscher Staatsbürger. Doch die Ehe ging in die Brüche.

Daniel V., der seinen Job als Monteur für Solaranlagen verloren hatte, stand plötzlich mittellos da. In der Tatnacht verzockte er schließlich seine letzten Cents in einer Spielhalle am Hauptbahnhof. Einer der Spieler habe ihn auf die Idee mit dem Überfall gebracht: „Schnelles Geld, kein Risiko.“ Den Namen des Komplizen kennt er angeblich nicht…

E. Unfried

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