Prozess gegen BND-Spion: Verrat von Staatsgeheimnis

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Die BND-Zentrale in Pullach.

München - Ein langjähriger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) muss sich von 18. November an vor dem Oberlandesgericht München der Prozess wegen Verrats von Staatsgeheimnissen verantworten.

Der Berufssoldat im Range eines Oberstleutnants soll als Resident des BND im Kosovo in den Jahren 2007 und 2008 geheime Informationen über den Bundesnachrichtendienst sowie einen BND-Partnerdienst an einen mitangeklagten Albaner weitergegeben haben. Dieser - ein Übersetzer - war seit 2005 sein Lebenspartner. Zugleich war der Albaner inoffizieller Mitarbeiter eines nicht näher benannten ausländischen Nachrichtendienstes; er soll auch Kontakte zur organisierten Kriminalität in der Region gehabt haben.

Laut Anklage der Bundesanwaltschaft wurde die äußere Sicherheit der Bundesrepublik durch den Verrat konkret gefährdet. Der BND habe auf 19 Informationsquellen aus Sicherheitsgründen verzichten müssen. Er habe den zuständigen Regierungsstellen nur noch eingeschränkt über den Kosovo berichten können. Gegen die beiden Männer wird voraussichtlich bis 18. März 2010 verhandelt, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

dpa

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