Junge Frau wochenlang eingesperrt

Prozess gegen Pärchen: Sind sie brutale Zuhälter?

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Dem mutmaßlichen Zuhälter droht Haft.

München - Einem Pärchen wurde am Münchner Amtsgericht am Donnerstag der Prozess gemacht. Sie sollen eine junge Bulgarin wochenlang eingesperrt und in Freimann auf den Strich geschickt haben.

Zwei Angeklagte mit jeweils drei Verteidigern – das sieht man auch am Münchner Amtsgericht nicht alle Tage.

Tatvorwurf: Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Als Murat I. und Aylin P. (Namen geändert) den Gerichtssaal betreten, sitzen hinter ihnen auf der Anklagebank mehr Anwälte als im ganzen Saal Zuschauer. Dem Pärchen wirft die Staatsanwaltschaft vor, im Sommer 2014 die Arbeitslose Anelie N. (25) unter falschen Versprechungen nach München gelockt zu haben. Angeblich wurde ihr eine Stelle als Putzfrau oder Barfrau versprochen. Tatsächlich wurde sie hereingelegt und ihre Hilflosigkeit eiskalt ausgenutzt. Murat T. soll die junge Frau zum Anschaffen geschickt haben – mit dem Versprechen, sie dürfe zumindest die Hälfte der Einnahmen selbst behalten. Er trat laut Anklage als ihr Zuhälter auf.

Die junge Frau wurde offenbar wochenlang eingesperrt. Besonders Murat I. soll sehr angsteinflößend aufgetreten sein. Erst als Anelie rund 10.000 Euro angeschafft hatte, endete ihr Martyrium. Nach Kontrollen nahm die Polizei das Pärchen am 22. September letzten Jahres schließlich fest. Vor Gericht wurde gestern zunächst gegen Murat I. verhandelt: „Ich wünschte, ich hätte das Mädchen niemals getroffen. Sie ist hinterlistig und will mir nur schaden.“ Seine Aussagen enthielten viele Widersprüche. Im schlimmsten Fall droht ihm nun eine Haftstrafe. Das Urteil von Richterin Karin Jung steht noch aus.

Andreas Thieme

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