Prozess um die Luxus-Geliebte

Ihre Wohnung war voller Blut

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Der geständige Täter Hanns Dieter B. im Gerichtsaal. Er sagt über seine Ex-Geliebte: „Ich liebe sie noch immer.“

München - Ein 71-Jähriger soll versucht haben, seine Ex-Geliebte mit 15 Messerstichen zu töten. Vor Gericht schilderte ein Streifenbeamter die Eindrücke vom Einsatztag.

Schon an der Eingangstür wusste der Streifenbeamte Markus F., dass er diesen Einsatztag nicht vergessen würde. „Da waren richtig große Blutflecken, das Blut hat sich durch die ganze Wohnung gezogen.“

Im Wohnzimmer sieht der Polizist, woher es kommt: Da sitzt zusammengekrümmt die fast nackte Katharina K. „Sie hatte nur ein Badetuch um, das war blutdurchtränkt.“

Am zweiten Tag im Prozess gegen den Rentner Hanns Dieter B. (71) kamen gestern am Münchner Landgericht grausame Details zutage. Wie berichtet, soll der Angeklagte versucht haben, im Juli 2011 seine Geliebte (43, Name geändert) mit 15 Messerstichen zu töten.

Die Liste der Verletzungen – protokolliert von einem behandelnden Arzt – zeugt von einem Kampf um Leben und Tod: Der Rentner traf mit dem 20 Zentimeter-Messer den Dick- und Dünndarm der Frau, stach tief in den Brustkorb, verletzte den rechten Arm und das Knie. Ein tiefer Schnitt „bis zum Knochen“ durchtrennt die Beugesehne des Daumens und den Hauptnerv für Zeigefinger und Daumen.

„Die Dame muss auf den Tisch!“, soll einer der Notärzte in der Tatwohnung gerufen und damit den OP-Tisch gemeint haben. Hoher Blutverlust, verletzte Organe, Flüssigkeit im Lungenraum – nur die Not-OP im Bogenhauser Krankenhaus rettete ihr Leben. Die Fotos von den Verletzungen schockieren. Katharinas Peiniger betrachtet sie vor Gericht genau, setzt extra seine Brille dafür auf. Doch er bleibt ruhig, verzieht keine Miene. Katharina kann ihre rechte Hand bis heute nicht mehr richtig benutzen. Sie trug Narben davon, die ihr trotz aller Bemühungen der plastischen Chirurgen bleiben werden.

Wie es heute in Katharinas Seele aussieht, lassen die nüchternen Begriffe der Experten nur erahnen: von Traumatherapie und Depression ist die Rede, von Angstzuständen und posttraumatischer Belastungsstörung.

Ein Arzt sagt vor Gericht: „Ich glaube, das war einmal eine lustige Frau, eine lebensfrohe Natur.“ Jetzt wirke sie wie ein „verschrecktes Reh“.

nba/ agu

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