Prozess

Er verkaufte illegal Autos

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Aus Geldnot schloss sich Robert L. (39) einer Bande an.

München - Mit seiner braunen Lederjacke, den kurzgeschorenen Haaren und dem hageren Gesicht sieht Robert L. (39) aus wie ein Leistungssportler. Er saß am Dienstag auf der Anklagebank des Landgerichts. Vorwurf: banden– und gewerbsmäßiger Betrug in neun Fällen.

Die Anklage bestätigt der gelernte Schweißer: In München, Dachau, Nürnberg und Nordrhein-Westfalen hat er im Juli 2013 Autos zum Verkauf angeboten, die ihm nicht gehörten – und jeweils die Anzahlung kassiert, ohne liefern zu können. Außerdem fälschte er Pässe und mietete, gemeinsam mit Komplizen, unter sechs Alias-Namen Autos und Transporter von Mietfirmen an – gab die Fahrzeuge aber nie zurück, sondern brachte sie ins Ausland.

„Ich war privat insolvent und nach der Scheidung meiner Frau 2012 dann mittellos“, sagt Robert L. vor Gericht. Die gemeinsame Firma gehört ihr, er selbst wird entlassen. In der Not leiht er sich 60 000 Euro von einem dubiosen Geschäftsmann, um mit einem Spezl eine neue Firma aufzubauen. Der verschwindet, die Sorgen bleiben: Weil L. das Geld nicht rechtzeitig zurückzahlen kann, lässt er sich auf eine Bande ein, die von Kroatien aus illegal mit Autos handeln. „Ich wurde verprügelt und gezwungen, hatte keine andere Wahl“, sagt er mit brüchiger Stimme. Ihm drohen nun mehrere Jahre Haft. Der Prozess dauert an.

A. Thieme

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