Barfrau vor Gericht

Hat diese Blondine Kollegen geprügelt?

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Mal süßes Kätzchen, mal Kratzbürste: Barfrau Susanne B. (36) stand wegen Körperverletzung vor Gericht.

München - Susanne B. (36) muss sich derzeit vor Gericht verantworten. Während der Arbeit soll sie ordentlich zugelangt haben!

Groß, blond, schlank. Und richtig hübsch. Diese Frau könnte als Model arbeiten: Wer Susanne B. (36) anschaut, kann eigentlich nur schwärmen.

Würde man ihre Kolleginnen fragen, sähe die Sache aber vielleicht ganz anders aus. Sie behaupten, dass die Barfrau allzu garstig ist – und mehrfach sogar gewalttätig wurde. Während der Arbeit soll Susanne B. nämlich ordentlich zugelangt haben!

Anfang Juni 2014 geriet die Blondine erst mit Maike P. in Streit – und später auch mit Rosi L. Sie arbeiten ebenfalls in dem Nachtclub in der Goethestraße. „Sie hat mir von hinten einen Sektkübel über den Schädel gezogen“, sagt Maike P. – auch Rosi L. soll es so ergangen sein. Beide zeigten Susanne B. wegen Körperverletzung an. Am Dienstag verhandelte das Amtsgericht den Blondinen-Streit.

Auf High Heels und mit Blazer kommt die Barfrau zum Prozess. Sie wirkt zart. Als sie die Gewalt-Vorwürfe hört, fährt sie aber ihre Krallen aus. „Das stimmt nicht“, faucht sie. Die Kolleginnen berichten übereinstimmend aber etwas anderes. Immer wieder soll Susanne B. fies gestänkert haben. „Jedes Mal, wenn ich an ihr vorbeigelaufen bin, hat sie mir den Ellenbogen in die Seite gerammt“, sagt Maike P. „Erst gab sie mir eine Watschn, dann holte sie den Kübel mit Eis unter der Bar heraus und schlug zu. Ich habe am ganzen Körper gezittert.“ Rosi B. stand sogar unter Schock. „Sie hat mich angesprungen. Ich hatte starke Schmerzen.“ Die Polizei muss den Streit jeweils klären!

Susanne B. würdigte ihre Kolleginnen am Dienstag vor Gericht keines Blickes: Die Barfrau hat mit ihnen gebrochen. Mit Amtsrichter Schmitt konnte sie hingegen ganz gut. Zu ihm sprach sie ganz anschmiegsam. Zwinkerte, lächelte, strich sich immer wieder durch ihr blondes, langes Haar. Und kam am Ende mit einem recht milden Urteil davon: Die Barfrau muss 300 Euro zahlen – dafür stellte der Richter das Verfahren gegen sie ein. Und plötzlich lächelte Susanne B. wieder. Hübsch – und ganz unschuldig.

Andreas Thieme

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