Er lieferte sich 100 Kilometer Verfolgungsjagd

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Wurde in Fußfesseln vorgeführt: Ilya K. auf der Anklagebank

München - Für den Diebstahl hätte er ein paar Monate Knast gekriegt. Doch Ilya K. (33), der am 29. März 2011 im Kulturzentrum Gasteig den Geldbeutel eines Musikers klaute, machte alles viel schlimmer. Jetzt stand er vor Gericht.

Erst attackierte Ilya K. nach dem Diebstahl einen Wachmann, der ihn aufhalten wollte, mit einem Springmesser. Dann lieferte er der Polizei eine irrsinnige Verfolgungsjagd über 100 Kilometer!

Der Täter raste mit einem Nissan Qashqai, den er in Wien gemietet hatte, davon. Eine Armada von Polizeifahrzeugen nahm die Verfolgung auf. Auf der A 8 bei Holzkirchen gelang es endlich, den Täter auszubremsen.

Doch plötzlich gab Ilya K. Vollgas, er wendete und fuhr als Geisterfahrer in die Gegenrichtung! Mehrere Autofahrer konnten in letzter Sekunde ausweichen. Bei eine Behelfsausfahrt bremste er und verließ die Autobahn. Dabei walzte er einfach einen Wildschutzzaun nieder.

Der wilde Ritt begann am Gasteig

Über verschiedene Feldwege und Straßen flüchtete der Russe mit einem Irrsinns-Tempo in Richtung Feldkirchen-Westerham. „Dabei fuhr der Angeklagte weiterhin rücksichtslos und ohne auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten, indem er insbesondere auch in unübersichtlichen Kurven und an schlecht einsehbaren Bergkuppen überholte“, heißt es in der Anklage. Dabei drängte er mehrfach Autofahrer von der Straße ab.

Verfolgungsjagd auf der A8: Bilder des Fluchtwagens

Verfolgungsjagd auf der A8

Kurz vor Großhelfendorf setzte er mit dem Geländewagen zum Sprung über einen Wassergraben an und setzte seine Flucht über einen Acker fort. Auf diese Weise konnte er seine Verfolger abhängen.

In einem Wald bei Feldkichen-Westerham ließ er den schwer beschädigten Qashqai stehen und fuhr mit einem Opel, den er einem Waldarbeiter gestohlen hatte, weiter bis Glonn. Dort stahl er einen Fiat Panda, mit dem er nach München zurückkehrte. Den Kleinwagen ließ Ilya K. in der Pfistermeisterstraße stehen.

Am 15. April wurde Ilya K. aufgrund eines intenationalen Haftbefehls in Ungarn verhaftet. Als er in der Ettstraße dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurde, wollte er aus dem Fenster springen!

Um ihn vor einem erneuten Fluchtversuch abzuhalten, wurde der Angeklagte am Dienstag in Fußfesseln im Landgericht vorgeführt. Auf den Rat seines Verteidigers bot der Angeklagte dem Wachmann, den er mit dem Messer an der Hand verletzt hatte, 500 Euro an. Er rang sich zu einem halbherzigigen Geständnis durch, nachdem ihm das Gericht vier Jahre Knast in Aussicht stellte. „Ein absolutes Sonderangebot“, so Richterin Rosi Datzmann.

E. Unfried

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