Prozess: Stadt findet Bilder dieses Künstlers zu krass!

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Der Münchner Künstler Wolfram Kastner mit Bildern, die bei einer Ausstellung vom 15. bis 17. April 2011 in den Räumen des Kulturteams Ackermannbogen für Unruhe sorgte. Das KVR erließ einen Bußgeldbescheid über 250 Euro, gegen den Kastner Einspruch einlegte.

München - Was darf Kunst? Jedenfalls nicht stören, befindet das Kreisverwaltungsreferat. Die Behörde verdonnerte den Münchner Künstler Wolfram Kastner (65) zu 273,50 Euro Bußgeld. Grund: Seine Bilder waren zu krass!

Er hatte im Rahmen einer Antikriegs-Ausstellung sechs Fotos von im Krieg verstümmelten und getöteten Menschen gezeigt. Dagegen wehrt sich Kastner. Am Donnerstag Prozessbeginn!

Schon bei der Eröffnung der Ausstellung der „Kulturteams Ackermannbogen“ am 15. April 2011 hatte es Zoff gegeben, weil zwei Damen aus dem Vorstand die Bilder zu krass fanden. Obwohl diese vier Meter vom Schaufenster entfernt aufgestellt waren, wurden am Fenster Tücher angebracht, damit Kinder nichts sehen können. Es folgte eine öffentliche Empörung: Mütter alarmierten die Polizei, die Fotos würden ihre Kinder schockieren.

„Die Ausstellung für den Frieden hat zum Krieg in der Nachbarschaft geführt“, stellte Manfred Drum, der die Ausstellung initiiert hatte, resigniert fest. Das Gezeter war Kastner zuviel: Am 17. April baute er die Ausstellung ab.

Das KVR wertet die Fotos als „Belästigung der Allgemeinheit“ und wirft Kastner vor, er habe sich „bewusst nicht in die für das gedeihliche Zusammenlegen unserer Rechtsgemeinschaft erforderliche Ordnung eingefügt“. Der Künstler hält vor Gericht dagegen: „Ich wollte nur zeigen, was Realität ist.“ Außerdem zeige das Fernsehen viel grausamere Bilder. Richter Jürgen Hanselmann will am 13. Juni drei weitere Zeugen anhören.

E. Unfried

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