Prozess nach Unfall

4500 Euro Strafe für einen Toten

München - Vor eineinhalb Jahren ist auf der Wolfratshausener Straße ein Motorradfahrer ums Leben gekommen. Jetzt kam es zu einem erneuten Prozess über die Strafe für den Unfallverursacher.

Beim Linksabbiegen hatte Studiendirektor Thomas S. (55) nicht aufgepasst: Er war mit seinem Mercedes auf der Wolfratshausener Straße schon ein Stück auf der Gegenfahrbahn, als er einen entgegenkommenden Motorradfahrer bemerkte. Biker Ludwig W. (50) konnte zwar noch ausweichen, geriet aber in Schleudern. Er stürzte und zog sich tödliche Verletzungen zu.

Wegen fahrlässiger Tötung hatte der Schulmeister aus Baden-Würtemberg für das von ihm verursachte Unglück am 25. Mai 2011 einen Strafbefehl erhalten: 90 Tagessätze und zwei Monate Fahrverbot! Dagegen erhob er Einspruch.

Am Dienstag war Prozess. „Der kam doch an mir vorbei“, verteidigte sich der Angeklagte. Er musste freilich einräumen, dass der Motorradfahrer zu einem Ausweichmanöver gezwungen war. Man könne allemal etwas am Strafmaß rütteln, so Richter Werner Wolferstätter. Thomas S. gab nach. Urteil: ein Monat Fahrverbot und 90 Tagessätze zu 50 Euro – 4500 Euro Strafe für einen Toten. Auf den Angeklagten warten allerdings noch erhebliche zivilrechtliche Folgen. Jetzt, wo seine Schuld amtlich festgestellt ist, kommt er um ein Schmerzensgeld nicht herum.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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