Schläger identifiziert

Gefasst! Weil sein Opfer ihn fotografiert hat

München - Ein Mann wird nach einem Lokalbesuch übel verprügelt und schwer verletzt. Kurz danach findet er auf seinem Handy ein Foto - und die Polizei den mutmaßlichen Schläger.

Er hatte an dem verhängnisvollen Abend sein neues Handy dabei, spielte damit herum und machte – ohne sich dessen bewusst zu sein – diverse Fotos vom Café Sebos in der Leonrodstraße und seinen Gästen. Eines dieser Fotos sollte noch am gleichen Abend eine große Bedeutung für den Ingenieur (50) bekommen. Denn wenige Stunden später wurde der Münchner Opfer einer extrem brutalen Prügelattacke.

Zu vorgerückter Stunde am Morgen des 22. Juni gegen 1.20 Uhr geriet der 50-Jährige in seinem Stammlokal mit der Bedienung in Streit. Ein Gast mischte sich ein. Der Zoff verlagerte sich vor die Tür, wo der Ingenieur zu Boden gestoßen und mit großer Wucht mehrmals gegen den Kopf getreten wurde. In der Klinik diagnostizierten die Ärzte Gesichtsfrakturen und eine schwere Verletzung des linken Auges. Der Täter floh.

Erst ein paar Tage später beschäftigte sich der 50-Jährige wieder mit seinem Handy und fand im Fotoalbum ein gestochen scharfes Foto seines Peinigers. Das wurde per richterlichem Beschluss am 27. September zur Öffentlichkeits-Fahndung freigegeben. Schon bald meldete sich ein Zeuge, der der Kripo den Namen des Gesuchten nannte. Es handelt sich um einen 42-Jährigen, der in München lebt und sein Geld als Hilfskraft in einem großen Einzelhandelsgeschäft in der Münchner Innenstadt verdient. Er verweigerte bislang die Aussage, musste eine DNA-Probe abgeben und ist wieder auf freiem Fuß.

Der Ingenieur arbeitet wieder, wird aber wohl lebenslang eine Sehstörung am linken Auge behalten. „Es geht mir wieder recht gut. Ich bin froh, dass es vorbei ist“, ließ er ausrichten. 

Dorita Plange

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