Haarprobe ist ausgewertet

Polizeiprügel-Opfer Teresa: Drogen-Gutachten fertig

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So sah Teresa Z. aus, nachdem sie im Krankenhaus behandelt wurde.

München - Drogensüchtig? Teresa Z., die in einer Polizeizelle fixiert und offenbar Opfer von willkürlicher Gewalt geworden war, musste vor einigen Wochen eine Haarprobe abgeben. Nun ist das Ergebnis da.

Am 20. Januar hatte der Ermittlungsrichter eine Blutentnahme bei Faustschlag-Opfer Teresa Z. noch abgelehnt. Am 15. Februar erschienen dann etliche Polizisten und ein Staatsanwalt bei der 23-Jährigen und durchsuchten ihre Wohnung. Außerdem musste sie eine Haarprobe abgeben (tz berichtete). Wie die tz jetzt erfuhr, ist das Haar-Gutachten inzwischen fertig.

„Das Gutachten sagt aus, dass meine Mandantin, anders als von der Polizei behauptet, auf keinen Fall drogensüchtig ist“, erklärt Anwalt Franz J. Erlmeier.

Laut Gutachten sind vier Stoffe in Teresas Haaren nachgewiesen worden: In geringer Menge Kokain, etwas mehr Amphetamin, MDMA (Ecstasy) und THC, der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze. „Das ist das Ergebnis, das wir in etwa erwartet haben“, sagt Anwalt Erlmeier. „Meine Mandantin hat schon vor einem Millionenpublikum bei Stern TV gesagt, dass sie gelegentlich eine Graszigarette raucht, wenn sie auf Partys ist.“

Das Gutachten stellt zur Kokain-Konzentration bei Teresas Haarprobe einen niedrigen Wert im Vergleich zu anderen Haarproben von Kokainkonsumenten fest. Wobei nicht auszuschließen ist, dass das nachgewiesene Kokain auch über einen Hautkontakt in die Haare gelangt ist. „Das Haar-Gutachten lässt also keine Rückschlüsse zu einem Drogenkonsum am 20. Januar zu“, sagt Anwalt Erlmeier. An jenem Sonntagnachmittag sei Teresa lediglich übernächtigt und nach einem Streit mit ihrem Freund emotional labil gewesen.

Wie berichtet, war Teresa am 20. Januar gefesselt in die Zelle der Polizeiinspektion 21 (Au) gebracht worden. Als sie von mehreren Polizisten auf die Pritsche fixiert worden war, spuckte sie einem aus Sachsen stammenden Beamten (33) ins Gesicht. Dieser schlug Teresa daraufhin mindestens einmal mit der Faust ins Gesicht und brach ihr die Nase und Augenhöhle. Der Polizist beruft sich auf Notwehr. Er habe einen Kopfstoß abwehren wollen.

jam

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