Er schlug Teresa Z.

Prügel-Polizist: Berufung erfolglos

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Frank W. (l.) vor dem Landgericht. Prügel-Opfer Teresa Z. leidet noch heute unter den Folgen.

München - Das Münchner Landgericht hat am Montag die Berufung des Polizisten Frank W. (35) verworfen. Der Beamte hatte Teresa Z. (24) niedergeprügelt.

Das Münchner Landgericht hat am Montag die Berufung des Polizisten Frank W. (35) verworfen, der einer gefesselt auf einer Pritsche liegenden Frau (24) mit einem Faustschlag ins Gesicht Nase und Augenhöhle gebrochen hatte. Es bleibt bei der Verurteilung zu zehn Monaten Bewährungsstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt. Dieses Urteil hatte das Amtsgericht im August 2013 gefällt. Dazu kommen 4000 Euro Geldauflage.

Der Polizist hatte sich auf Notwehr berufen. Teresa Z.s Kopf sei auf ihn „zugerast“. Er habe mit dem Faustschlag einen Angriff Teresa Z.s abgewehrt. Richter Michael Schönauer sah indes keine Notwehrlage: „Die Kammer ist überzeugt, dass ein Kopfstoß von Frau Z. nicht bevorstand. Herr W. hat auf das Spucken reagiert.“

Teresa Z. heute

Wie berichtet, war Teresa Z. im Januar 2013 in die Polizeiwache in der Au gebracht worden, nachdem sie wegen eines Streits mit ihrem Freund selbst die Polizei gerufen hatte. Weil sie im Streifenwagen nicht telefonieren durfte, eskalierte die Situation. Teresa Z. wurde gefesselt in die Zelle gebracht und von mehreren Polizisten auf der Pritsche fixiert. In dieser Situation spuckte sie den Polizisten an. Anschließend erfolgte der Faustschlag.

Der Richter versuchte am Ende versöhnliche Worte zu finden. „Für die Kammer sind Sie, Herr W., kein Prügel-Polizist“. Gleichwohl sei Teresa Z. auch kein Hooligan und Dämon, der die Auseinandersetzung mit der Polizei gesucht habe.

Über das Urteil ist Teresa Z. erleichtert: „Ich möchte nicht mehr das Polizei-Opfer sein“. Ihr Anwalt Franz J. Erlmeier will eine zivilrechtliche Klage prüfen: „Wir warten erst die Rechtskraft ab.“

Gegen das Urteil kann Frank W. innerhalb einer Woche Revision beantragen, andernfalls wird es rechtskräftig. Dann wird laut Polizeisprecher Wolfgang Wenger auch das Disziplinarverfahren gegen W. weitergeführt – Ausgang offen.

jam

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