Präsident begnadigt Frank W.

Prügel-Polizist von der Au ist wieder im Dienst

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Frank W. (r.) auf der Anklagebank: Das Landgericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung im Amt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Links Teresa Z. nach der Nacht auf der Polizeiwache.

München - Eineinhalb Jahre nach der Attacke auf Teresa Z. (24) ist der Prügel-Polizist von der Au begnadigt worden! Damit nimmt der Fall eine spektakuläre Wendung.

„Das war keine leichte Entscheidung. Aber unter Abwägung aller Aspekte habe ich nicht zur härtesten Maßnahme gegriffen: Frank W. wird künftig im Innendienst in der Abteilung Einsatz tätig sein“, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä am Mittwoch gegenüber der tz.

Damit nimmt der Fall, der im vergangenen Jahr nach einem tz-Exklusivbericht bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, eine spektakuläre Wendung. Das Präsidium stellte beim Verwaltungsgericht lediglich einen Antrag auf Degradierung des bisherigen Polizeihauptmeisters. Wie die Kammer in dem Disziplinarverfahren letztlich entscheidet, ist noch unklar. Fest steht jedenfalls: Beamte sind schon für viel geringere Vergehen gefeuert worden!

„Solche Vergleiche sind schwierig, weil sich die Sachverhalte nicht decken“, rechtfertigt sich Polizeipräsident Andrä. Er habe selbst mit Frank W. gesprochen und festgestellt: „Das Vertrauen in den Beamten ist zwar erschüttert – aber nicht zerstört.“

"Er hat eine zweite Chance verdient"

Frank W. wurde im August 2013 in erster Instanz wegen Körperverletzung im Amt zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Dieses Urteil bestätigte das Gericht im Berufungsverfahren und erhöhte die Geldauflage von 3000 auf 4000 Euro.

„Ich habe die ausführliche Urteilsbegründung in meine Entscheidung einfließen lassen“, sagt Andrä. Darin sei von einem sogenannten Augenblicksversagen die Rede – und dass das Gericht keine Sorge habe, dass es wieder zu so einem gravierenden Vorfall komme. Andrä: „Er hat eine zweite Chance verdient.“

Teresas Anwalt Franz J. Erlmeier kann die Entscheidung des Polizeipräsidenten nicht nachvollziehen. „Aus meiner Sicht hätte der Beamte aus dem Dienst entfernt werden müssen, weil er bis zuletzt nicht einsichtig war. Ihm tat nur die Schwere der Verletzung Leid. Aber er würde in der gleichen Situation wohl wieder so handeln“, sagte er zur tz.

Der Fall

Am 20. Januar 2013 gegen 16 Uhr beginnt der Einsatz, in dessen Verlauf Frank W. der damals 23-jährigen Teresa Z. mit einem Faustschlag das Gesicht zertrümmert. Die junge Frau wird auf die Wache gebracht, nachdem sie wegen eines Streits mit ihrem Freund selbst die Polizei gerufen hat. Die Situation eskaliert: Teresa wird auf einer  Pritsche fixiert - und spuckt dann Frank W. ins Gesicht. Nach Darstellung des Beamten sei sie Sekunden später mit dem Oberkörper hochgeschnellt, weshalb er reflexartig zugeschlagen habe. Ein Gutachter widersprach aber dieser Notwehrversion.

Sebastian Arbinger

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