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Vorfälle in der Au

Prügelopfer Teresa: Das steht in der Anklage

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Teresa Z. (23) und ihr Anwalt Franz J. Elmeier begrüßén die Anklage gegen den Beamten der PI 21.

München - Am Tag nach der Klageerhebung gegen den Polizisten (33) aus der Au wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt meldete sich am Mittwoch Teresa Z.’s Strafverteidiger Franz J. Erlmeier zu Wort.

„Der in der Anklageschrift geschilderte Sachverhalt ist nach diesseitiger Sicht teilweise unzutreffend und stellt den brutalen Vorgang in der Haftzelle nicht korrekt dar.“

Vor allem kritisiert der Jurist die nach seiner Ansicht einseitige Darstellung des Vorfalls: „Die Anklage basiert ganz offensichtlich auf den überwiegend synchronen Einlassungen der anderen anwesenden Polizeibeamten, nicht jedoch auf den Ausführungen meiner Mandantin in ihrer Anzeigenerstattung“.

Und tatsächlich: In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, die der tz vorliegt, ist keine Rede davon, dass Teresa Z. einen Kopfstoß gegen den Beamten vehement verneinte. Auch nicht erwähnt wird, dass die Münchnerin in ihrer Zeugenvernehmung von zwei Faustschlägen ins Gesicht berichtet.

Dass überhaupt Anklage gegen den Polizeihauptmeister erhoben wurde, liegt wohl an einem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin, welches die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hatte. Darin kommt der Gutachter nach tz-Informationen unter anderem zu folgendem Ergebnis: Der Beamte hatte nicht reflexartig zugeschlagen, um sich vor einem Kopfstoß zu schützen. Ein solcher Stoß würde in der Regel aus wenigen Zentimetern ausgeführt – und man könne einem solchen Angriff deshalb weder ausweichen noch ihn verteidigen!

Da Teresa Z.’s Kopf nach Aussage des Polizisten jedoch etwa einen halben Meter weit weg war, hätte der Beamte laut Gutachten einem Kopfstoß ausweichen – oder sich mit einer Abwehrbewegung gegen den Oberkörper verteidigen können.

Auch zu der Frage, ob Teresa Z.’s Verletzungen (gebrochene Nase und Augenhöhle) durch einen oder zwei Faustschläge verursacht wurden, nimmt der Gutachter Stellung: Nach Ansicht des Rechtsmediziners könnte durchaus ein Schlag ausgereicht haben. Jedoch sei ein zweiter Schlag aufgrund des Verletzungsbildes nicht auszuschließen.

Trotz der nach seiner Einschätzung einseitigen Darstellung des Prügel-Vorfalls in der Anklageschrift „begrüßt meine Mandantin die Anklage“, sagt Anwalt Erlmeier. Er hofft allerdings, dass beim Prozess die ganze Wahrheit ans Licht kommt.

Jam, arb

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