Pudel einfach kahl rasiert: Rabiater Nachbar muss 4800 Euro Strafe zahlen

München - Der Hund wollte nur sein Geschäft erledigen. Allerdings tat er das in Nachbars heiligem Garten. Der Nachbar bestrafte den Pudel mit totaler Nacktheit. Jetzt wurde der Mann verurteilt.

Das Wort pudelnackt ist hier wörtlich zu nehmen. Albert K. (57), Reihenhäusler und Gärtner, hat Nachbars Toy-Pudel an einem eisigen Wintertag ratzekahl geschoren, weil „Pu“ darauf beharrte, im gepflegten Vorgarten des Buchhalters seine Geschäfte zu erledigen und Knochen einzubuddeln. „Sie haben keine Ahnung, wie viele Pflanzen mir kaputt gegangen sind“, verteidigte sich der Angeklagte vor dem Amtsgericht gegen den Vorwurf der Tierquälerei. Von Quälen könne überhaupt keine Rede sein: „Der widerliche Köter wird sowieso alle drei Monate geschoren, jetzt hat er halt ein paar Haare mehr gelassen.“

Das sieht Harald S. (66) anders: „Pu hat einen Stammbaum mit lauter Schönheitschampions. Er ist sehr sensibel!“ Der wenige Pfund leichte silberfarbene Zwerg habe sich an jenem „grauenhaften“ Tag im Februar „gefährlich erkältet“ und „ein schweres Trauma davongetragen“, so der Zamperl-Besitzer. „Er hat sich so geschämt, ist nur noch mit eingekniffenem Schwanz herumgelaufen und seinen Hundefreunden aus dem Weg gegangen“.

Der Richter konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken. „Geheimnissen Sie da nicht ein bisschen viel in ein Tier hinein?“ - „Aber überhaupt nicht!“ verwahrte sich der Rentner. „Pu ist intelligenter als die meisten Menschen und viel empfindsamer. Er ist mein Ein und Alles!“ Und warum Herrchen seinem klugen Tier in fünf Jahren nicht habe beibringen können, Nachbars Garten zu meiden? „Weshalb sollte ich?“ so der Rentner. „Soll der Angeklagte halt einen höheren Zaun um dieses lächerliche Fleckchen Erde ziehen.“

Der Richter, selbst Hundebesitzer, tadelte Harald S.: „Sie tun Ihrem Pu keinen Gefallen, wenn Sie ihn jedermann auf der Nase herumtanzen lassen!“ Dann wandte er sich an den Angeklagten: „Die schlechten Manieren des Hundes rechtfertigen Ihr Verhalten nicht. So was muss ein erwachsener Mensch anders regeln können.“ Dass der Angeklagte dem Hund länger anhaltende Qualen zugefügt habe, stehe außer Frage, so der Richter. 4800 Euro Strafe waren am Ende des Pudels Kern.

Von Sarah list

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