"Pussy vs. Putin"

Pussy Riot stellen in München neuen Film vor

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Die Musikerinnen von Pussy Riot bekamen wegen Rowdytums zweijährige Haftstrafen.

München - Mit einem Anti-Putin-Protest in einer Kirche in Moskau schreckten Pussy Riot das russische Regime auf und landeten im Straflager. Jetzt stellen die Musikerinnen in München einen Dokumentarfilm vor.

Mitten in der Krise um die Krim werden die beiden Wortführerinnen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot in München erwartet. Die beiden Frauen wollen am Sonntag einen Dokumentarfilm über die Aktivitäten ihrer Gruppe vorstellen. Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa werden nach der ersten Deutschland-Aufführung von „Pussy vs. Putin“ im Rahmen der Reihe „Best.Doks - Unrecht braucht Zeugen“ am Sonntag Interviews geben. Erwartet wird, dass sie sich zu den aktuellen Ereignissen auf der Krim und in der Ukraine äußern.

Die Gegnerinnen des russischen Präsidenten Wladimir Putin waren zusammen mit einem dritten Bandmitglied 2012 verhaftet worden, nachdem sie vor dem Altar einer Kirche in Moskau ein Protestlied gegen Putin aufgeführt hatten. Sie bekamen wegen Rowdytums zweijährige Haftstrafen. Erst kurz vor Ende der Haftzeit waren die beiden Frauen am 23. Dezember 2013 aus ihren Straflagern entlassen worden.

Zuschauer sollen selbst Schlussfolgerungen ziehen

Der Film des russischen Filmkollektivs Gogol's Wives begleitet die Aktivistinnen von Pussy Riot von den Anfängen und Proben über o¨ffentliche Auftritte bis zu den Verhaftungen und zum Prozess. Auch der Film „Pussy Riot - A Punk Prayer“ dokumentierte den Protest der Band und die Verhaftungen. Nach Angaben der Veranstalter bleibt „Pussy vs. Putin“ aber näher an den Aktivistinnen. Die Ereignisse seien nur zusammengeschnitten und es bleibe dem Zuschauer überlassen, seine Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die revolutionären Punkerinnen tragen bei Auftritten Masken und treten anonym auf, ihre Songs sind provokativ - „Aufstand in Russland“ und „Putin hat Schiss“ lauten etwa die Titel. Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa waren am vergangenen Samstag mit anderen Kreml-Gegnern in Moskau gegen die Krim-Politik Putins auf die Straße gegangen. Während der Olympischen Spiele hatten sie mit dem Videoclip „Putin bringt Dir bei, die Heimat zu lieben“ in Sotschi für Aufsehen gesorgt.

Seit ihrer Freilassung wurden sie mehrfach festgenommen und Opfer von Übergriffen. Erst Anfang März waren sie von mehreren Russen in der Stadt Nischni Nowgorod mit Farbe, Essensresten und Metallgegenständen angegriffen worden und mussten ärztlich behandelt werden. Sie engagieren sich derzeit besonders für die Verbesserung der Bedingungen in russischen Straflagern.

Pussy Riot im Porträt

Pussy Riot im Porträt

dpa

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