Deal galt als streng geheim!

Putin-Freund soll Opern-Palais gekauft haben

Dieses Foto zeigt Putin und seinen Freund

München - Der Deal gilt als streng geheim: Ein russischer Multimillionär, ein Freund Putins mit zweifelhaftem Ruf, ist angeblich der Käufer der früheren Residenzpost.

Wer hinter dem Kauf des Palais an der Oper steckt, gilt bei den Beteiligten als absolute Geheimsache. In seiner aktuellen Ausgabe berichtet „Der Spiegel“ nun, ein russischer Multimillionär soll die Edelimmobilie am Max-Joseph-Platz für rund 300 Millionen Euro erstanden haben. Der reiche Oligarch pflegt beste Beziehungen zu Wladimir Putin.

Um diese Immobilie geht's - das Palais (rechts)an der Oper.

Die ehemaligen Eigentümer der früheren Residenzpost, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Münchner Immobilienentwickler Accumulata, sprechen offiziell nur von einer „Gruppe ausländischer Investoren“. Auf Nachfrage unserer Zeitung, um wen es sich konkret handelt und woher die Käufer stammen, lehnen beide Unternehmen eine Stellungnahme ab. Der Verkauf war einer der größten Immobilien-Deals 2012 in Deutschland. Über die Details vereinbarten die Partner Stillschweigen – auch über die Höhe des Preises.

„Der Spiegel“ bezieht sich auf „Brancheninsider“ sowie „angesehene Moskauer Wirtschaftsblätter“, nach denen ein gewisser Arkadij Rotenberg hinter dem Deal stecken soll. Das US-amerikanische Forbes-Magazin schätzte das Vermögen des Magnaten zuletzt auf 1000 Millionen US-Dollar – rund 760 Millionen Euro. Er soll den Kauf über die russische Firma Lenhart Global Investment abgewickelt haben.

Rotenbergs Ruf könnte man zumindest als zweifelhaft bezeichnen. Er ist ein alter Freund und Judopartner Putins, medienscheu und einflussreich. 1951 kam er in Leningrad zur Welt. Putin kennt er bereits seit seiner Kindheit. Als dessen Stern in Moskau aufging, begann auch der Höhenflug der Rotenbergs, berichtete Forbes einmal über die Familie. Sie pflegt einträgliche Geschäfte mit dem russischen Gasgiganten Gazprom. 2008 übernahmen die Rotenbergs zehn Prozent am riesigen Schwarzmeerhafen Noworossijsk, sie sind in der Alkoholbranche aktiv, betreiben Kampfsport-Studios und sind Partner des russischen Baukonzerns MCM-5, der großzügige staatliche Aufträge erhält.

Und jetzt München? Möglicherweise machen die deutschen Vertragspartner ein Geheimnis um den Verkauf des schmucken Opern-Palais, weil sie wegen Rotenberg negative Schlagzeilen fürchten. Jahrelang steckte die Immobilientochter der LBBW in einer finanziellen Schieflage. 2008 baute sie in Moskau für rund 100 Millionen Euro ein Bürohaus. Etwa 30 Millionen, hieß es, sollen an eine Briefkastenfirma in einem Steuerparadies geflossen sein. Staatsanwälte ermittelten wegen des Verdachts auf schwere Untreue, stellten die Untersuchungen jedoch wieder ein. Im Geschäftsjahr 2009 musste die LBBW Abschreibungen in Höhe von 300 Millionen Euro vornehmen.

Inzwischen entwickeln sich jedoch einige Großprojekte prächtig – dazu gehört auch das Palais an der Oper. Die Arbeiten auf dem 4600 Quadratmeter großen Grundstück sind weitgehend abgeschlossen, im Frühjahr sollen Louis Vuitton und Kuffler einziehen. Auch Kanzleien, Arztpraxen und Privatleute wollen sich am Max-Joseph-Platz einmieten. An finanzkräftigen Kunden scheint es nicht zu fehlen.

Thomas Schmidt

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