Nach Entlassung

Mordversuch an Ex-Chefin: Putzfrau vor Gericht

München - Eine entlassene Putzfrau muss sich seit Montag vor dem Münchner Schwurgericht wegen Mordversuchs an ihrer früheren Arbeitgeberin verantworten.

Die 60-Jährige bestritt eine Mordabsicht und gestand lediglich einen Raub. Sie habe aus der Wohnung der Frau Schmuck stehlen wollen, um eine Operation ihres gelähmten Sohnes zu finanzieren - dieses Vorhaben sei aber „außer Kontrolle geraten“, ließ die Angeklagte durch die Verteidigung vortragen. Ihr sechs Jahre älteres Opfer hatte durch Schläge gegen den Kopf schwerste Verletzungen davongetragen.

„Außer Kontrolle geraten“

Der Staatsanwaltschaft zufolge hat die Angeklagte am 7. August 2013 ihre Ex-Chefin aufgesucht, um deren Schmuck zu erbeuten. Dabei habe sie mit Gegenwehr gerechnet und beschlossen, das Opfer „zur Umsetzung ihres abstoßenden Gewinnstrebens gegebenenfalls auch zu töten“. Zu diesem Zweck war die gelernte Zahnarzthelferin mit einem Hammer bewaffnet, mit dem sie laut Anklage sofort zuschlug. Sie soll die ältere Frau ins Innere des Hauses verfolgt und an ihrem Kopf drei Buddha-Figuren aus dem Wohnzimmer zerschlagen haben. Das Opfer flüchtete blutüberströmt mit der Handtasche ihrer Angreiferin in die Küche und sperrte sich dort ein. Die Angeklagte entkam zunächst mit zwei kostbaren Ringen, konnte aber noch am selben Tag festgenommen werden.

Schwieriges Leben

Nach eigener Schilderung hat die Angeklagte - sie ist Mutter von zwei Kindern - im Leben viel Unglück erlitten. Ihr erster Mann sei während der längsten Zeit der Ehe in Haft oder auf der Flucht gewesen. Der zweite Lebensgefährte überredete sie zur Auswanderung nach Kenia, wo er sich mit einer Afrikanerin abgesetzt und sie mittellos zurückgelassen habe. Einer ihrer Söhne nahm sich das Leben, der zweite sitzt seit einem Badeunfall im Rollstuhl. Sie habe auf den Erfolg einer Operation gehofft, die sie aber mit ihrer Putzarbeit nicht hätte finanzieren können, so die Angeklagte. Sie bestahl ihre Arbeitgeber, darunter auch das spätere Opfer, das sie im Mai 2012 vor die Tür gesetzt hatte. - Gegen die Angeklagte soll an acht Tagen verhandelt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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