Quadfahrer kracht gegen Hauswand und stirbt

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An dieser Stelle ist der Quadfahrer verunglückt

München - Noch weiß niemand, wie der Unfall passieren konnte: Der 35-jährige Georgios K. ist am Samstag gestorben, nachdem er tags zuvor mit einem Quad gegen eine Hauswand in einem Thalkirchner Hinterhof gekracht war.

Warum der geübte Motorradfahrer die Kontrolle über die Maschine verlor, weiß die Polizei nicht – und auch der Chef des Familienvaters kann sich nicht erklären, was passiert ist. Er war bei dem furchtbaren Unglück dabei.

„Es ist eine Tragödie“, sagte Stavrekas Vassilios (50) der tz am gestrigen Montag. Obwohl Feiertag war, ist er ins Büro gegangen – er leitet die Firma „Chronos Papertime“, bei der Georgios K. seit einem Jahr als Buchbinder angestellt war. Viele Mitarbeiter sind am Montag gekommen, am Schreibtisch von Georgios K. haben sie ein Bild des jungen Mannes aufgestellt. Georgios K. wohnte nach Informationen der tz in Haidhausen und arbeitete seit einem Jahr in dem Unternehmen.

Am Freitag gegen 17.45 Uhr will er das Quad testen, das schon länger in dem Hinterhof vor dem Geschäft steht. Es gehört einem Bekannten von Vassilios und muss repariert werden – Georgios K., ein Motorradkenner, hilft dem Besitzer dabei. Anschließend will er eine Runde in dem Hinterhof drehen. Ohne Helm und Schutzkleidung setzt er sich auf die 50 PS starke Maschine, fährt los – und kommt nur 30 Meter weit. „Plötzlich ist das Quad ausgebrochen“, erinnert sich Vassilios. Georgios K. schrammt an der Hauswand entlang, wird nach vorne vom Sitz geschleudert und prallt mit dem Kopf gegen ein Fensterbrett. So rekonstruiert die Polizei den Unfall später. Bei dem Aufprall erleidet K. schwere Kopfverletzungen. Seine Kollegen rufen sofort einen Rettungshubschrauber, der in dem Gewerbehof landet und den 35-Jährigen in eine Klinik bringt. Doch es ist zu spät: Am Samstag erliegt der Grieche dort seinen Verletzungen.

Besonders tragisch: Die Ehefrau und die 16-jährige Tocher von Georgios K. leben in Griechenland, an diesem Wochenende kamen sie zu Besuch – die Familie wollte einen Ausflug machen, erzählt Vassilios. Doch als sie ankommen, ist der furchtbare Unfall schon geschehen. Mittlerweile sind Frau und Tochter wieder in Griechenland.

Die Polizei geht davon aus, dass ein Fahrfehler zu dem Unfall führte. Was genau Georgios K. das Leben kostete – etwa, ob er in dem engen Hinterhof zu schnell unterwegs war – ist noch unklar. Sein Chef Stavrekas Vassilios sagt, er sei höchstens 25 Stundenkilometer gefahren.

A. Thieme, A. Gerke

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