Ein Brunnen mit Handpumpe kostet in Äthiopien nur 1500 Dollar

Quell des Lebens

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Ayanta (10) stillt ihren Durst am frischen Brunnenwasser – für das Mädchen ein Luxus. Bis vor zwei Jahren musste sie ihr Wasser aus schmutzigen Wasserlöchern schöpfen.

Ayanta gehört zu den glücklichen Kindern Äthiopiens: Sie darf klares, frisches Wasser trinken – so viel sie möchte.

Ein Privileg, das nur wenige Kinder in diesem dürren Land genießen.

Unicef hat vor zwei Jahren einen acht Meter tiefen Brunnen mit einfacher Handpumpe in Ayantas Dorf Haromaya gebaut. Was für uns nach mittelalterlichen Verhältnissen klingt, ist für äthiopische Dörfer sehr fortschrittlich. Denn ohne Brunnen müssen die Menschen ihren Wasserbedarf aus dreckigen Wasserlöchern schöpfen. Besonders Kleinkinder leiden unter der schlechten Wasserqualität. Krankheiten wie Durchfall sind die Folge – oft mit tödlichem Ausgang.

Äthiopien ist das Land mit der weltweit schlechtesten Wasserversorgung. Hier hat nur jeder vierte Einwohner ausreichend Trinkwasser zur Verfüfung – der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Äthiopiers liegt bei gerade mal 20 Liter am Tag. Zum Vergleich: Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 125 Liter Trinkwasser pro Tag – davon über ein Viertel für die Toilette und 36 Prozent für Baden und Duschen. In den USA liegt der Durchschnittsverbrauch sogar bei über 500 Litern pro Person!

„Ich verstehe nicht, wie einer alleine so viel Wasser verbrauchen kann“, sagt Ayanta. Sie kann sich nicht vorstellen, dass in Europa oder Amerika das kostbare Nass quasi auf Knopfdruck aus den Hähnen schießt. Für sie ist es schon ein kleines Wunder, wie die Handpumpe am Dorfbrunnen sauberes Wasser von tief unter der Erde ans Tageslicht befördert.

Ein Wunder, das ist der Brunnen für die 450 Dorfbewohner in der Tat. Für nur 1500 Dollar hat Unicef ihnen mehr als eine Wasserquelle geschenkt – der Brunnen ist für sie ein Quell des Lebens.

Aber: Es gibt noch lange nicht genug Brunnen in Äthiopien. Unicef braucht unsere Hilfe, um das zu ändern.

S. Herzner

Quelle: tz

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