Was hat die Stadt vorangebracht?

So radelt München im Jahr 2013

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Radler auf der Fahrradstraße in der Münchner Clemensstraße.

München - Mehr Biker, Wege und Stellplätze - statt immer mehr Autos. 2009 hat der Stadtrat darum einen Grundsatzbeschluss zur Förderung der Radler gefasst. Die tz beleuchtet, was sich seitdem getan hat.

Die Sonne lockt sie wieder raus, die Münchner mit den strammen Wadln! Mit ihren Radln stehen sie in Dreierreihen an den Ampeln, strampeln zu Tausenden in -Biergärten und Schwimmbäder und schalten einen Gang hoch, wenn die Autos im Stau stehen. Um 70 Prozent hat der Fahrradverkehr in den vergangenen zehn Jahren in der Stadt zugenommen, mittlerweile erledigen die Münchner fast jeden fünften Meter Weg auf zwei Rädern. 2009 hat der Stadtrat darum einen Grundsatz-beschluss zur Förderung der Radler gefasst und 2010 die „Radlhauptstadt“ ausgerufen. Am Mittwoch zieht die Verwaltung im Rathaus Zwischenbilanz: Was hat geklappt? Was nicht? Was muss noch passieren? Die Stadtverwaltung ist sicher: „Die Nutzung des Fahrrads muss weiterhin offensiv gefördert werden.“ Weil die Stadt wächst und der Verkehrskollaps droht, sollen möglichst viele vom Auto aufs Radl umsteigen.

Radwege

Heute flitzt der geübte Stadtradler auf ultraleichten Maschinen auch mal mit 30 Stundenkilometern durch die Straßen und an langsameren Radl-Genossen vorbei - aber viele Radwege sind noch gebaut wie zu Großmutters Zeiten. Zu schmal, zu holprig, zu kurz. Das soll sich ändern: Seit 2009 führt der Radbericht der Stadtverwaltung Dutzende kleinere und größere Neu- und Umbauten auf. Zuletzt hatten 750 von 2300 Kilometern Straße einen Radweg. Derzeit kommen die neuen Streifen in der Kapuzinerstraße hinzu. Das ist eins von vier „Leuchtturmprojekten“ an wichtigen Straßen, die der Stadtrat schon 2009 beschlossen hat. Aus den anderen dreien ist noch nichts geworden: Bei der Brienner Straße wartet man auf die Sanierung des Altstadtringtunnels. Bei der Rosenheimer Straße arbeitet ein Gutachter an einer Lösung, über die der Stadtrat heuer wenigstens noch beraten soll. Bei der Lindwurmstraße prüfen Gutachter und Stadt noch. Wären die Planer nur so schnell wie die Radler!

"Cyclepassion"-Kalender: Radln macht nicht nur sexy Wadln!

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Zackiger geht es bei  kleineren Projekten: Bis 2015 sollten 300 Einbahnstraßen für Radler geöffnet werden - das Ziel ist jetzt schon erreicht. An 58 Stellen müssen Radler nicht mehr den engen Radweg benutzen und dürfen auf der Straße fahren, weitere zehn kommen demnächst dazu. Bis Jahresende sollen 47 Straßen zu Fahrradstraßen werden. Autos sind hier nur noch geduldet

Infos und Veranstaltungen

Radlwoche, Radlflohmarkt, Radlsicherheitscheck, ja sogar Willkommensradltouren für Neubürger - im Rahmen der Kampagne Radlhauptstadt gibt es ungezählte Veranstaltungen. Allein bei den rund 120 Sicherheitschecks seit 2010 haben die Schrauber der Stadt etwa 10 000 Drahtesel fit für den Straßenverkehr gemacht.

Münchens kuriose Radlfallen

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Einen Rekord hat die Radlnacht am vergangenen Wochenende eingefahren: 8000 Münchner waren beim Korso über gesperrte Straßen dabei. Der Stadtrat hat schon die Verlängerung der Aktion beschlossen - bis 2014. Die Opposition ärgert sich über die Kosten von mehr als einer halben Million Euro pro Jahr. Immerhin: Der zunächst geplante Radl-Clown wurde wieder eingemottet.

Radlabstellplätze

Das Chaos vor manchen Biergärten beweist: Auch Fahrräder müssen parken!  Bis 2015 hatte die Stadt 2000 neue Abstellplätze geplant. Bis 2011 waren 1304 gebaut, der Rest ist beschlossen. Zwei Drittel der geforderten 2000 Bike&Ride-Plätze sind schon fertig, dazu kommen 1150 Plätze in der neuen und überfüllten Fahrradgarage am Pasinger Bahnhof . Bis 2020 soll eine Station am Hauptbahnhof dazukommen. Aus den beschlossenen 400 überdachten Plätzen in Altbaugebieten ist nichts geworden. Die Verwaltung findet kaum Platz: Mehr Stellplätze seien „zunehmend nur noch durch Umwandlung von Kfz-Stellplätzen“ drin.

David Costanzo

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