Gefahren und Verbesserungen

Radfahren in München: Einige Tücken und ein ambitionierter Plan

München: Radfahrer stauen sich an einer Ampel am Odeonsplatz.
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Viele Radfahrer verunglücken auf den Straßen Münchens. Die vorhandenen Radwege sind schmal, Konflikte mit Fußgängern und anderen Radlern absehbar.

Immer mehr Gedränge auf den Straßen und fehlende Radwege führen zu Unfällen: Radfahren in München ist eine gefährliche Angelegenheit. Das soll sich mit dem Radentscheid ändern.

  • Enge Radwege und zahlreiche Baustellen erschweren das Radfahren in München.
  • Der Radentscheid soll mehr Platz und Sicherheit für Radler bringen.
  • Gleichwohl gibt es in der Landeshauptstadt einige schöne und sichere Radtour-Möglichkeiten.

München – Die Unfallstatistiken belegen: Viele Radfahrer verunglücken auf den Straßen Münchens. Die vorhandenen Radwege sind schmal, Konflikte mit Fußgängern und anderen Radlern absehbar. Selbst die Stadt rät dazu, besser auf die Fahrbahn auszuweichen.

Radfahren in München: Die Zahlen der Unfallstatistik

Im Jahr 2019 schätzte die Polizei die Zahl der Radfahrer in München auf rund 300.000 – Tendenz steigend: Immer mehr Radler teilen sich die Straßen und Wege mit Fußgängern und Autos. Zahlreiche Baustellen im Stadtgebiet erschweren das Radfahren in München. Das kann gefährlich werden: Kollisionen sind vorprogrammiert. Dazu kam es im Jahr 2018 3.297 Mal. Im Vergleich zu 2017 war dies ein Anstieg um 15,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2019 verunfallten 1.523 Radfahrer, immerhin 10,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Radfahren in München: Verstopfte Straßen, enge Wege

Die engen Radwege, unübersichtliche Kreuzungen und Ausfahrten waren Grund genug für die Stadt München, die Benutzungspflicht der Radwege teilweise auszusetzen. An 90 Straßen im Stadtgebiet können die Fahrer es sich aussuchen, ob sie den Radweg oder die Straße benutzen, an 380 gilt weiterhin: Der Radweg ist Pflicht. Die Stadt rät dennoch dazu, wenn möglich auf der Straße zu radeln. Das Kreisverwaltungsreferat betont, dass die Radler dort besser von Autos gesehen werden und es zu weniger Unfällen kommt.

Für die Radler geht das streckenweise Aussetzen der Radwegpflicht ohnehin nicht weit genug – immerhin weichen sie auf vielfach verstopfte Straßen aus. 131 Stunden standen die Autofahrer in der bayerischen Landeshauptstadt im Jahr 2019 im Stau. Zahlreiche Großbaustellen behindern den Verkehr. 2020 stehen etwa die Sanierung der Ludwigsbrücke, die Fahrbahnsanierung des Altstadtringtunnels, neue Leitungen auf der Theresienstraße und die Umgestaltung des Romanplatzes auf dem Plan – und das sind nur einige Beispiele der Münchner Langzeitbaustellen. Ein Radentscheid soll das Radfahren in München sicherer machen.

Radfahren in München: Der Radentscheid soll es bringen

Im März 2020 entschied der Stadtrat, das Radfahren in München sicherer und komfortabler zu machen. Zehn Straßen sollen radlerfreundlich umgebaut werden, weitere Maßnahmen werden geprüft:

  • neue Radwege
  • verbesserte Wegführung in Kreuzungsbereichen
  • neue sternförmige Trassen und ein Radschnellverbindungsring

Bis 2025 sollen alle Forderungen aus dem Bürgerbegehren umgesetzt werden. Eine bereits umgesetzte Maßnahme sind Pop-up-Radlwege auf bisherigen Autofahrspuren. Zunächst bis Ende Oktober 2020 wurden sechs Straßen mit vorübergehenden Radlspuren ausgerüstet:

  • Rosenheimer Straße zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz sowie zwischen Lilienstraße und Am Lilienberg
  • Zweibrückenstraße zwischen Erhardt-/Steinsdorfstraße sowie zwischen Rumford-/Thierschstraße
  • Elisenstraße zwischen Dachauer Straße und Lenbachplatz
  • Theresienstraße zwischen Türkenstraße und Schleißheimer Straße
  • Gabelsbergerstraße zwischen Arcis- und Türkenstraße

Ende Oktober soll geprüft werden, ob die neuen Wege das Radfahren in München tatsächlich verbessern.

Radfahren in München: Empfehlenswerte Wege für Radtouren

Radfahren in München kann gefährlich werden – und doch gibt es im Stadtgebiet attraktive Strecken für Radtouren. So führt der Isarradlweg durch die Landeshauptstadt. Von Kloster Schäftlarn über den Grünwalder Forst und Grünwald geht es durch den Englischen Garten in die Hirschau und weiter Richtung Freising. Der Fernradwanderweg führt über eine Strecke von rund 300 Kilometern von Scharnitz in Tirol bis nach Deggendorf.

Der Englische Garten, die grüne Lunge der Stadt, bietet zahlreiche gut ausgebaute Wege für eine Radtour. Ein möglicher Start befindet sich am Maximilianeum, wo man dem Verlauf der Isar folgt. Die Tour führt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen vorbei, wie dem Friedensengel und der Fachwerkbrücke St. Emmeram. Hält man sich Richtung City, vorbei am Kleinhesseloher See, endet die Tour an der berühmten Eisbach-Welle, wo man zum Abschluss die Surfer beobachten kann.

Raus aus der Stadt folgt man dem Radweg von Pasing zum Starnberger See: Am Ufer der Würm entlang, dem einzigen Abfluss des Starnberger Sees, gelangt man nach rund 50 Kilometern ans Seeufer.

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