Radl-Rambos droht teurer Ärger

Ab heute: Große Kontroll-Aktion der Polizei

München - Bei Rot über die Ampel, auf dem Gehweg, in falscher Richtung: Wer ab heute als Radl-Rambo unterwegs ist, muss sich auf empfindliche Strafen gefasst machen. Hier erhalten Sie alle Informationen!

 Unter dem Motto „Gscheid radln“ kontrolliert die Münchner Polizei die nächsten drei Wochen verstärkt die Münchner Radfahrer.

Und das mit gutem Grund: Seit Anfang des Jahres zählte die Polizei schon 1000 Unfälle, in die Radfahrer verwickelt waren. Rund 970 Menschen wurden dabei verletzt – teilweise auch schwer.

In der ersten Kontrollwoche soll es laut Polizeioberrat Andreas Schaumaier noch bei Ermahnungen bleiben – etwa beim Fahren auf dem Gehweg. „Wer allerdings dabei Fußgänger gefährdet, wird sofort verwarnt“, sagt der Leiter der Münchner Verkehrspolizei.

Keinen Spaß kennen die Polizisten jedoch bei Geisterradlern und Rotlichtsündern. „Das Fahren in falscher Richtung ist die häufigste Unfallursache bei den Radfahrern“, sagt Andreas Schaumaier. Rund zwanzig Prozent der 2500 Radl-Unfälle im Jahr 2011 wurden von Geisterradlern verursacht.

Münchens kuriose Radlfallen

Münchens kuriose Radlfallen

Die Fakten zur dreiwöchigen Radl-Kontroll-Aktion im Überblick:

Wo wird kontrolliert?

Im Prinzip im gesamten Stadtgebiet. Besonderes Augenmerk legt die Polizei aber auf alle Straßen, die ins Zentrum führen. „Also dort, wo viele Radfahrer unterwegs sind“, sagt Polizeioberrat Andreas Schaumaier. Demnach müssen sich Radler rund um die Universität, auf der Leopold-, Ludwig- und der Residenzstraße auf Kontrollen einstellen. Aber auch auf der Lindwurm-, der Sonnen- oder der Kapuzinerstraße sollten Radfahrer auf die Verkehrsregeln achten, wenn sie ohne Strafe durchkommen wollen.

Wer kontrolliert?

Ganz normale Streifenpolizisten werden verstärkt auf Radl-Rambos achten, sich unauffällig an Kreuzungen postieren. Während der Kontroll-Aktion greift die Verkehrspolizei auch auf Kräfte der Bereitschaftspolizei und der Einsatzhundertschaft zurück.

Auch die städtischen Verkehrsüberwacher könnten übrigens aktiv werden, wenn ihnen ein rücksichtsloser Radler auffällt. In der Fußgängerzone etwa achten sie schon seit längerem darauf, dass hier kein Radler fährt.

So teuer sind die Radl- Sünden:

Tatbestand B* G*
Radweg in nicht zugelassener Richtung befahren 15 20 25
Als Radfahrer Rotlicht missachtet 45 45 100
Rotlicht dauerte bereits länger als eine Sekunde 100 100 160
Einbahnstraße entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befahren 15 20 25
In einem Fußgängerbereich gefahren 10 15 20
Bei Dunkelheit ohne Licht gefahren 10 10 15
Mobiltelefon verbotswidrig benutzt 25 25 25
Fehlende oder defekte Bremsen 10 10 10
Fehlende oder defekte Beleuchtung 10 10 20
Am Fahrrad fehlt die Klingel 10 10 10

*B = mit Behinderung Anderer;

G = mit Gefährdung Anderer.

Alkohol: Die relative Fahruntüchtigkeit beginnt bei 0,3 ‰, ab 1,6‰ begeht man eine Straftat.

Jeweils einen Punkt in Flensburg bekommt der Fahrer bei den Rotlichtverstößen.

jam

Rubriklistenbild: © Kurzi

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