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Radln auf der Rosenheimer: So gefährlich ist es

München - Die Rosenheimer Straße ist ein gefährliches Pflaster für Radler. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen. Im Stadtrat werden Lösungsvorschläge diskutiert - wir sind die Strecke abgefahren.

„Das Thema ist ein Dauerbrenner“, sagt Sabine Nallinger, OB-Kandidatin der Grünen. Immer wieder habe der Stadtrat Anträge zum Bau von Radlwegen an der Rosenheimer Straße abgeschmettert. „Als Hauptverkehrsroute muss die Straße für Radfahrer sicherer gemacht werden“, fordert Nallinger. Eine neue Studie der Stadt mit dem sperrigen Namen Verkehrsverträglichkeitsuntersuchung könne nun den Durchbruch bringen, hofft die Grüne.

In der Untersuchung wird die Verkehrssituation analysiert: Demnach nutzen etwa 2000 Radfahrer die Rosenheimer Straße in 15 Stunden – zusammen mit ungefähr 30 000 Autofahrern pro Tag. Eine separate Spur für Radler gibt es nicht. Die Studie nennt nun zwei mögliche Lösungen für das Sicherheitsproblem. Eine Variante sieht einen Schutzstreifen für Radfahrer vor, der jedoch gleichzeitig auch von Kraftfahrzeugen benutzt werden dürfte. Der zweite Vorschlag: Die vierspurige Rosenheimer Straße wird auf zwei Spuren verengt, in beide Fahrtrichtungen wäre dann Platz für einen Radweg. Von den bestehenden etwa 100 Parkplätzen müssten 15 bis 20 weichen.

Das Kreisverwaltungsreferat unterstützt „aus Sicht der Verkehrssicherheit“ die Radweg-Variante. Es sei zu gefährlich für Radfahrer, sich eine Fahrbahn mit Lastwagen zu teilen. Auch der Bezirksausschuss Au-Haidhausen steht fraktionsübergreifend hinter diesem Vorschlag. „Das ist die richtige Lösung für die Anwohner“, bekräftigt OB-Kandidatin Nallinger. Der Staugefahr auf einer verengten Fahrbahn sieht sie entspannt entgegen. „Wenn sich der Verkehr auf die umliegenden Straßen verlagert und der Lärm nachlässt, kann das für die Anwohner nur von Vorteil sein“, meint die Grüne. „Eventuell steigen auch einige Autofahrer aufs Fahrrad um.“

Christian Amlong aber, Planungssprecher der SPD, steht beiden Varianten kritisch gegenüber. „Es ist klar, dass die Situation für Radfahrer derzeit nicht gut ist“, sagt er. Doch der Verkehr ließe sich nicht gänzlich umlenken, „30 000 Fahrzeuge am Tag lassen sich schließlich nicht wegdiskutieren“. Im Planungsausschuss am kommenden Mittwoch will die SPD einen Ergänzungsantrag stellen. „Wir wollen prüfen, ob eine Alternativroute für die Radler, die über die parallel laufende Lothringer Straße zum Weißenburger Platz führt, nicht die bessere Lösung ist“, sagt Amlong.

Eine ähnliche Meinung vertritt auch Josef Schmid, OB-Kandidat der CSU. „Wir sind grundsätzlich immer dafür, Radwege zu schaffen“, betont er. „Aber an der Rosenheimer Straße gibt es schon heute Rückstauungen. Eine Verengung ist hier deshalb keine Lösung.“ Schmid sieht auch in Lastwagen, die sich zum Ausladen auf die Radlwege stellen könnten, ein Problem. „Es ist unsinnig, Situationen zu schaffen, die für den Radfahrer gefährlicher sind als vorher.“ OB-Kandidatin Nallinger aber hält den Umweg über die Lothringer Straße für unrealistisch. „Ein Radler“, sagt sie, „wird sich immer für den direkten Weg entscheiden.“

Laura Worsch

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