Der Bürgeranwalt hilft

Radl in der S-Bahn: Kontrolleur triezt 76-Jährige

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Marianne Manghofer mit Bürgeranwalt Gaiser.

München - Bürgeranwalt Dietmar Gaiser kümmert sich heute um die Belange von zwei Damen, die mit der Deutschen Bahn und

Ich bin zwar schon 76 Jahre alt, aber immer noch fleißig mit meinem kleinen Fahrrad unterwegs. Es hat einen Elektroantrieb und ich kann es kostenlos in der S-Bahn mitnehmen, weil die Reifen nur 20 Zoll haben. Nun kam aber ein Kontrolleur, der einfach nicht glauben wollte, dass mein Rad so klein ist. Er behauptete, die Reifen hätten 24 Zoll. Mir blieb nichts übrig, als zu bezahlen. Die Sache ärgerte mich ungemein.

Also rief ich beim S-Bahn-Kundenservice an. Dort war eine nette Dame, die mir versicherte, wenn ich belegen könne, dass das Rad nur 20 Zoll habe, bekäme ich das Geld zurück. Also beschaffte ich mir ein Schreiben des Fahrradhändlers und legte es vor. Aber nun galt die Zusage der Dame plötzlich nichts mehr. Es wurde behauptet, ich hätte ja mit einem fremden Rad in der S-Bahn sein können. Ich finde das unmöglich. Mir geht es nicht um die 40 Euro, mir geht es um die Ungerechtigkeit.

Marianne Manghofer (76), Rentnerin aus München

Antwort: Wir ließen uns die Belege für das Rad von Frau Manghofer zeigen. Sie weisen eindeutig aus, dass es sich um ein 20-Zoll-Rad handelt. Nun könnte die S-Bahn-Verwaltung zwar behaupten, Frau Manghofer hätte nicht ihr eigenes Rad dabei gehabt. Aber diese Argumentation ist im Fall der 76-jährigen Dame an den Haaren herbei gezogen. Also wandten wir uns an die Pressestelle der S-Bahn. Pressesprecher Anton Knapp nahm sich der Sache an und rief uns kurze Zeit später zurück: Er entschuldigte sich und veranlasste, dass Marianne Manghofer die Strafzahlung zurücküberwiesen bekommt.

Die Fahrt zur Dialyse wird zur Kostenfalle

 Ich bin 82 Jahre alt und mache seit über acht Jahren eine Dialyse. Nun buchte ich einen Urlaub auf Mallorca, holte mir aber kurz vorher eine Bauchfellentzündung, so dass ich drei Mal wöchentlich eine Blutwäsche in der Dialyseabteilung eines Krankenhauses brauche. Ich telefonierte also wie wild in der Gegend herum und erfuhr, dass auf Mallorca ein Krankenhaus in der Nähe meines Urlaubsortes ist, das so etwas macht. Aber ausgerechnet dieses Krankenhaus war geschlossen. Also musste ich in ein Krankenhaus, das 100 Kilometer von meinem Standort entfernt liegt. Als ich das wusste, rief ich sofort die AOK an und schilderte den Fall. Dort versicherte man mir, die Krankenkasse zahle das Taxi in das 100 Kilometer entfernte Krankenhaus. Die Rechnungen für das Taxi beliefen sich im Laufe des Urlaubs auf rund 1600 Euro. Ich legte das Geld aus. Als ich in Deutschland zurück war, reichte ich die Belege ein und wartete auf mein Geld. Aber die Kasse bezahlte nicht. Also ging ich zum Hausarzt, dieser versicherte mir, auch der Transport zur Dialyse sei Sache der Kasse. Daraufhin legte ich Widerspruch bei der AOK ein, aber wieder geschah nichts. Bitte helfen Sie mir.

Maria Schuster (82), Rentnerin aus München

Dietmar Gaiser besucht Maria Schuster bei der Dialyse.

Antwort: Der Hausarzt von Maria Schuster hat Recht, in Deutschland würde das Taxi bezahlt. Anders ist es aber, wenn jemand in Deutschland versichert ist und sich im europäischen Ausland auf Krankenschein behandeln lässt. Dann gelten die Regeln des Gastlandes. Es gibt europäische Länder, in denen der Transport bei einer Dialyse bezahlt wird, „aber in Spanien gehört er nicht zum Leistungspaket“, sagte uns Walter Kett von der Direktion der AOK München. Rein rechtlich hat Maria Schuster also keinen Anspruch auf den Ersatz der Fahrtkosten. „Aber warum hat dann Maria Schuster bei ihren Anrufen eine andere Auskunft bekommen?“, fragten wir Walter Kett. Da dieser Hergang nicht mehr exakt zu rekonstruieren ist, schlägt die Direktion der AOK München einen Kompromiss vor: „Wir werden die Umstände nochmal genau nachprüfen und der tz-Leserin einen Vorschlag zur Güte machen, damit sie nicht auf den Kosten sitzen bleibt, versicherte uns Walter Kett. Wichtig ist der AOK aber, dass deutschen Versicherten klar ist: Im Ausland wird nicht nach deutschen Krankenkassensätzen abgerechnet, sondern nach denen des Gastlandes. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abschließen, die ihm unsere Standards garantiert.

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