Das geht noch viel besser

Radl-Stadt München vom ADFC abgewatscht

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Minuspunkt: Baustellen, die Radler urplötzlich den Weg versperren und zwischen Autos zwängen: Note 4,6
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Minuspunkt: Lastwagen und Autos, die auf Radwegen parken, nerven Münchens Radler besonders: Note 4,7
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Minuspunkt: An Kreuzungen müssen Radler beim Linksabbiegen zweimal warten, Autofahrer nicht: Note 4,7
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Pluspunkt: Das Fahrradfahren ist in München so beliebt wie nie zuvor. Das gefällt den Pedalrittern: Note 2,5
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Pluspunkt: Immer mehr Einbahnstraßen werden gegen die Fahrtrichtung für Radler geöffnet: Note 2,7
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Pluspunkt: Das Stadtzentrum ist über Radwege wie hier in der Kapuzinerstraße gut erreichbar: Note 2,7

München - Seit Jahren versucht sich die Stadt München als „Radlhauptstadt“ Deutschlands zu profilieren. Eine große Umfrage des Allgemeinen Fahrradclubs Deutschland (ADFC) kommt jetzt zu einem ernüchternden Ergebnis:

Die Stadt schafft in Punkto Radlerfreundlichkeit gerade mal Note 4. Ein kleiner Trost: Berlin, Hamburg und Köln schneiden noch schlechter ab.

Über 100 000 Menschen nahmen im vergangenen Herbst bundesweit am großen Fahrradklima-Test teil, der in 468 Städten und Gemeinden zum sechsten Mal stattfand. Dabei konnten die Teilnehmer Schulnoten in 27 Disziplinen vergeben.

Als Sieger prämierten gestern in Berlin der ADFC-Chef Ulrich Syberg und der Bundesbau-Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) die Städte Münster mit Note 2,5, Karlsruhe mit 3,2 sowie Freiburg, Erlangen und Ingolstadt mit jeweils Note 3,3. Unter den Städten mit über 200 000 Einwohnern belegte München Platz zwölf – mit einem Notendurchschnitt von 3,7. Das wäre in der Schule eine Vier, ein „ausreichend“, das Schüler bekommen, „wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht.“ Immerhin: Die Millionenstädte Berlin (4,1), Hamburg (4,3) und Köln (4,3) liegen noch hinter München.

Im Vergleich zu 2012 rutscht München unter den 28 größten deutschen Städten der Liste einen Platz nach hinten, auch 2005 hatte die Landeshauptstadt Platz 11 belegt – beide Male lag die Note bei 3,77.

Martin Glas vom ADFC München wundert sich nicht über das mittelprächtige Abschneiden Münchens: „Trotz vieler kleiner und guter Einzelmaßnahmen spüren Münchens Radlerinnen und Radler sehr genau, dass sie als Verkehrsteilnehmer immer noch nicht ernst genommen werden und dass ihre Bedürfnisse erst nach denen der Autofahrer bedient werden.“ Schnelligkeit im Autoverkehr ginge immer noch vor Sicherheit für Radfahrer.

Glas: „Abgesehen von der Radlhauptstadtkampagne fehlt es an einer Vision zur Lösung der Verkehrsproblematik.“ Statt teurer und langfristiger Tunnel- und U-Bahnprojekte könnte die Stadt mit Umwidmen von Fahrspuren schnelle Verkehrslösungen finden. Lesen Sie selbst, in welchen Disziplinen München am besten und in welchen am schlechtesten abschnitt:

Johannes Welte

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