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Revierkampf auf den Straßen

7 Dinge müssen wir tun, um als Radler in München zu überleben

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Radfahrer müssen oft um ihr Revier auf der Straße kämpfen.

Radlhauptstadt München? Nicht wirklich. Die Realität ist von diesem Etikett weit entfernt. Mit diesen sieben Überlebenstrategien bahnen wir Radler uns unseren Weg durch den gefährlichen Stadtverkehr.

München - Seit einigen Jahren bildet sich München ein, die „Radlhauptstadt“ zu sein. Doch in Wahrheit sind immer weniger Münchner auf ihrem Fahrrad unterwegs, weil sie sich zwischen den Autos und Lieferwagen unsicher fühlen. Die leidenschaftliche Stadtradlerin Juliane Schumacher hat jetzt Regeln aufgeschrieben, mit denen wir das beinahe Unmögliche schaffen können: Heil durch Münchens Straßenverkehr zu kommen.

1. Der Radl-Blinker oder: Handzeichen

Den anderen Verkehrsteilnehmern haben wir immer etwas voraus: Wir wissen, wo wir hin wollen, zumindest meistens. Um wütendes Hupen, aufgeregtes Winken, wüste Beschimpfungen oder sogar Unfälle zu verhindern, sollten wir dieses Wissen mit anderen teilen. Einen Richtungs- oder Spurwechsel vom Radweg auf die Straße teilen wir mit einem seitlich ausgestreckten Arm mit. Wer die akrobatische Herausforderung scheut, kann sich Blinksysteme ans Rad montieren. Der Radlhändlerin Ihrer Nähe hilft sicher weiter.

2. Schulterblick

Nur blinken reicht auch beim Autofahren nicht - der Schulterblick ist im Stadtverkehr obligatorisch. Das gilt auch für Radfahrer. Wir versichern uns kurz, ob die Spur auch wirklich frei ist und nachkommende Autofahrer tatsächlich registriert haben, dass wir wechseln wollen. Und schon sind wir sicherer unterwegs.

3. Für andere mitdenken 

Fahrradfahren in München - mit Risiken und Nebenwirkungen. 

Immer wachsam sein. Gerade im Berufsverkehr sind manche Teilnehmer noch nicht oder nicht mehr richtig wach und schwelgen in Gedanken, weil sie den Weg ja kennen. Als Radfahrer sind wir die Schwächeren, daher müssen wir schon um unser Selbst willen besonders aufmerksam sein. Lieber versichern wir uns nochmal, ob die Vorfahrt wirklich gewährt wird, ob der Rechtsabbieger uns gesehen hat und nicht plötzlich eine Autotür vor uns aufploppt. Wir denken also für die anderen mit - lieber denken zwei als gar keiner.

4. Der Gefahr ins Auge schauen

Ganz so dramatisch ist es im Radler-Alltag zwar in der Regel nicht, doch intensiver Blickkontakt kann verhindern, dass gefährliche Situationen überhaupt entstehen. Nonverbale Kommunikation in einer Kombination aus Blicken und Gesten gibt beiden Seiten Sicherheit. Wenn an einer Kreuzung ein Rechtsabbieger neben uns steht, hilft es, wenn wir ihm zu verstehen geben, wo wir hinwollen. Die meisten Autofahrer sind dankbar, wenn Radler sich auf dieses Art mitteilen.

5. Entscheidungen treffen

Schulterblick - Handzeichen - und dann noch lange rumeiern, sodass letztendlich niemand mehr weiß, wo der Radler jetzt hinwill? Nein. Nach der Versicherung, dass der Weg frei ist, gilt es, zügig seinen Weg zu radeln. Natürlich kann es mal passieren, dass wir zu früh abbiegen wollten oder uns doch noch für eine andere Tour entscheiden. Doch auch solche Meinungsänderungen müssen wir klar kommunizieren. Wenn wir zögern, verunichern wir damit auch die anderen Verkehrsteilnehmer hinter uns und neben uns.

6. Verkehrsregeln einhalten

Regeln helfen uns (meistens), leichter durchs Leben zu kommen - solange sich alle daran halten. Das gilt auch im Straßenverkehr. Rot ist eben Rot und heißt, dass wir stehen bleiben müssen. Mancher Verkehrsteilnehmer (ob auf zwei oder vier Rädern) scheint mit dieser einfachen Regel schon seine Schwierigkeiten zu haben. Und wie war das noch mit der Einbahnstraße für Radfahrer? Bei Unsicherheiten hilft ein Blick in die Straßenverkehrsordnung, um das Wissen wieder aufzufrischen. (Übrigens: Einbahnstraßen müssen auch von Radfahrern beachtet werden. Ausnahmen werden durch das Schild „Radfahrer frei“ gekennzeichnet.)

7. Danke sagen

Wir Radfahrer sind oft die missverstandenen Underdogs, die Aggressionen auf sich ziehen, obwohl wir uns nur friedlich unseren Weg durch den Alltag strampeln wollen. Mit diesem unmotorisierten Verhalten scheinen wir vielen Autofahrern grundsätzlich ein Dorn im Auge zu sein. Doch manchmal begegnen wir Vierradfahrern, die uns Vorfahrt gewähren, uns beachten und uns gar Respekt entgegenbringen. Das mag zunächst irritierend sein, doch tatsächlich ist die beste Reaktion darauf ein freundliches Nicken, ein Lächeln und ein fröhliches Winken, ehe wir auf leisen Pedalen im Münchner Dschungel verschwinden.

Veronika Stöckl
Diese und viele weitere Ratschläge fasst die Berlinerin und passionierte Radfahrerin Juliane Schumacher in ihrem Buch „How to survive als Radfahrer“ zusammen. Es ist im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen und kostet 9,99 Euro.

Lesen Sie auch: Redakteurin Martina Lippl schreibt, warum das Radeln in München nur im Regen okay ist

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