Rätsel um neue Wohnungen

Entsteht hier ein neues Luxus-Quartier?

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Das Umspannwerk am Elisabethplatz wird geschrumpft und macht Platz für 150 Wohnungen

München - Was planen die Stadtwerke am Elisabethplatz? Dort sollen Wohnungen entstehen - aber welche genau, darüber herrscht geheimnisvolles Schweigen.

Am Dienstag gab der städtische Stromversorger bekannt, dass das Umspannwerk am Elisabethplatz auf eine viel kleinere Fläche zusammen geschrumpft werden soll, als es jetzt einnimmt. Auf dem frei werdenden Platz sollen 150 Wohnungen entstehen sowie eine Kita. Doch was für Wohnungen geplant sind, darüber schwiegen sich die Stadtwerke aus. CSU und Grüne im Rathaus machen sich Sorgen: „Entsteht hier ein neues Luxusquartier?“

Die Liste der Edel-Projekte auf ehemaligem Stadtwerke-Grund ist bereits stattlich: So wird derzeit aus dem ehemaligen Heizkraftwerk an der Müllerstraße der Luxus-Turm The Seven, Aber auch die alten SWM-Werkstätten an der Feilitzschstraße wurden verkauft, dort steht jetzt ein Luxusbau mit Marmor-Fassade. Und die alte Elektrizitätsfabrikantenvilla am Muffatwerk, die zuletzt Dienstwohnungen beherbergte, ist nun eine ganz exklusive Privat-Residenz. Auch das alte Kraftwerksgelände an der Katharina-von-Borastraße sollte für 40 Millionen Euro an Privatinvestoren verkauft werden. Nach heftiger CSU-Kritik pfiff OB Christian Ude die SWM zurück, jetzt sind dort Werks- und Mietwohnungen geplant.

Und das Umspannwerk am Elisabethplatz? Dem Bezirksausschuss Schwabing-West wurde im Februar mitgeteilt, dass man dort 150 Wohnungen und eine Kita plane. Auch von Werkswohnungen war die Rede – aber nicht, von wie vielen. Wird der Rest des Grunds an einen Privatinvestor verkauft? Die SWM wollen sich dazu nicht äußern: „Genaue Details stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest,“ heißt es. SPD-Planungssprecherin Claudia Tausend sagt: „Das Grundstück sollte wie das an der Katharina-von-Borastraße behandelt werden.“ Doch CSU und Grüne trauen dem Frieden nicht. CSU-Vize Hans Podiuk verlangt Auskunft per Rathaus-Anfrage: „Wie viele Werkswohnungen sollen entstehen? Wenn nein: Welche andere Art – insbesondere geförderter Wohnungsbau – soll entstehen?“ Auch Grünen-Stadträtin Sabine Krieger plant eine Anfrage: „Wir wollen wissen, was da geplant ist.“

Johannes Welte

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