Richter: "So etwas noch nie gehört"

Räuber vergisst Tasche - Absurde Ausrede

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Florian S. (34) tischte vor Gericht abstruse Geschichten auf.

München - Die Staatsanwaltschaft wirft Florian S. (34)  besonders schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Er ließ seine Tasche am Tatort stehen. Vor Gericht tischt er eine absurde Ausrede auf.

Florian S. (34) sieht aus wie ein Schrank – zwei Meter groß, 120 Kilogramm schwer. Mit Elektroschocker, Kabelbinder und Pfefferspray überfiel der Vertriebsleiter, der nebenher als Türsteher jobbt, am 9. September 2013 eine Münchnerin in ihrer Wohnung. Sein Ziel: Ein Monet-Gemälde und rund 100 000 Euro, die sein Opfer angeblich in ihrer Wohnung aufbewahrt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hünen besonders schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Dumm nur: Florian S. ließ seine Tasche in der Wohnung stehen – die Polizei fand darin einen Schlüssel, über den sie den Täter ausfindig macht, obwohl er sich nach Österreich absetzt.

Logische Konsequenz: Vor Gericht gesteht er den Raub ein. Dem Richter tischt S. aber eine abenteuerliche Geschichte auf, wie er selbst zum Opfer wurde. Weil befreundete Wirte ihm noch Geld schulden, tut er zwei finstere Typen auf, die das Geld eintreiben sollen – heuert dann aber als ihr Kurier an und, kommt aus der Nummer nicht mehr raus. Schließlich überfällt er sein Opfer, weil die zwei Gangster ihn angeblich nötigen und vor der Tür warten. Richter Gilbert Wolf: „Das ist absurd. So etwas habe ich noch nie gehört.“ Der Prozess dauert an.

A. Thieme

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