Ein schmerzvoller Blick zurück

Bilder: "Rama dama! München nach 1945"

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Unser schönes München! Nach Ende des 2. Weltkriegs im Jahr 1945 sah das ganz anders aus. Die Wunden des Krieges waren in jeder Straße, in jeder Gasse und in jedem Gesicht der Münchner Bürger zu sehen.
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Fotograf Georg Fruhstorfer zog in jenen Tagen mit seiner Leica durch die Stadt und hielt die Trümmerlandschaft auf beeindruckenden Bildern fest.
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Fruhstorfer verstarb im Jahr 2003, doch seine Frau Heidi Fruhstorfer stellte anhand der Bildersammlung ein Buch mit dem Titel "Rama dama! München nach 1945" zusammen. Das größtenteils bislang unveröffentlichte Bildmaterial wird hier durch die informativen Texte von Heidi Fruhstorfer ergänzt. Wir haben einige Bilder aus dem Buch für Sie zusammengestellt!
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Bei einem Angriff der Air Force in den Mittagsstunden des 22. November 1944 wurden die die Stadtsilhouette prägenden Kulturbauten getroffen. Die gotische Frauenkirche, das Wahrzeichen der Stadt mit den beiden charakteristischen welschen Hauben, blieb zwar als Gebäude erhalten, doch wurde die Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert übel zugerichtet. Dem Glasmaler Adalbert Mayer war es zu verdanken, dass immerhin zwei Drittel der alten gotischen Glasmalereifenster vor Zerstörung gerettet werden konnten. Mayer überzeugte die Kirchenmänner vor dem verheerenden Luftangriff das Böse ahnend, die Fenster ausbauen und an einem sicheren Ort lagern zu lassen.
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Erbarmungswürdig sieht die älteste Kirche der Stadt aus, die Peterskirche. Die charakteristische Domspitze fehlt, das Kirchenschiff ist zerstört. Nach Ende des Krieges wurde die Kirchenruine zum Abriss freigegeben, die Sprenglöcher waren bereits gebohrt. Doch mit der Entschlusskraft der beiden Stadtpfarrer Max Stritter und Max Zistl, den Wiederaufbau unter allen Umständen durchzuführen, retteten beide die Kirche. Die Reparaturarbeiten begannen 1946. 1951 beschloss der 1950 gegründete „Wiederaufbauverein Alter Peter“, die Turmkuppel nach historischen Aufnahmen wiederherzustellen. Mit der Aufsetzung des Kreuzes auf dem Turmhelm am 8. September 1951 und der Weihe des Hochaltares am 27. Juni 1954 durch Kardinal Wendel, wurde der Wiederaufbau der äußeren Form abgeschlossen. Die Rekonstruktion des Inneren dauerte bis zum Jahre 2000.
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Heute gehören sie zu den glanzvollsten musikalischen Erlebnissen in der Stadt: die festlichen Konzerte christlicher Musik aus fünf Jahrhunderten, die Hochämter, feierlichen Messen und Gottesdienste, die in der Jesuitenkirche St. Michael in der Neuhauser Straße aufgeführt werden. St. Michael, die größte Renaissancekirche in Bayern, zählt zu den schönsten Gotteshäusern der Stadt. Dass die Michaelskirche am 23. November 1944 nach einem Bombenangriff fürchterlich zugerichtet war, ist für viele Menschen heute unvorstellbar. Das Deckengewölbe, nach dem Petersdom in Rom das Größte seiner Art, wurde regelrecht von den zerstörerischen Kräften weggepustet. Eine Ruine mit offenem Dach und verwüstetem Inneren blieb von all der Pracht übrig. Und selbst die gusseisernen Särge in der Gruft unter der Kirche, unter ihnen auch jener von Ludwig II., wurden zerbeult, was man auch heute bei einem Besuch noch erkennen kann.
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Die Mauern des Bayerischen Nationalmuseums wurden durch Luftangriffe stark beschädigt, die Säle waren ausgebrannt. Doch durch die Auslagerung großer Teile der wertvollen Sammlung konnte diese gerettet werden. Die amerikanische Militärregierung übernahm den Schutz der Bergungsplätze und verbot jede unbefugte Bewegung der Kunstgegenstände. Mit einfachsten Mitteln wurde der Bau wiederhergestellt. Bereits im Frühjahr 1947 konnten die Münchner durch die ersten neuen Säle schreiten. Der unter Prinzregent Luitpold nach Entwürfen von Gabriel von Seidl im Jahre 1900 eröffnete Museumsbau, die „Schatztruhe Bayerns“, birgt eine einzigartige Kunst- und kulturhistorische Sammlung.
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Am 1. April 1946 begann in der vom Krieg beschädigten Universität wieder der Lehr- und Lernbetrieb. Da es an Bau- und Facharbeitern mangelte, wurden die Studenten aufgefordert, sich am Wiederaufbau mit je 100 Arbeitsstunden zu beteiligen. Am Vormittag des 17. Juni 1948 demonstrierten erstmals nach dem Kriege an die 11 000 Studenten gegen die schlechte Ernährungslage. Knapp fünfeinhalb Jahre zuvor wurden hier Sophie und Hans Scholl, die Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", beim Verteilen von Flugblättern verhaftet.

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