50 Jahre Neuperlach

Das PEP will zurück an Münchens Spitze

Ein Wahrzeichen des Viertels: Das PEP. Es wird derzeit modernisiert und erweitert. Foto: Gülland

Das PEP wird nach der Erweiterung Nummer eins in der Stadt sein. Zum 50. Geburtstag von Neuperlach schauen wir uns die Entwicklung genauer an. 

München - Spricht man über Neuperlach, dann fällt recht schnell der Name „PEP“. Die drei Buchstaben waren ursprünglich einmal die Abkürzung für die „Perlacher Einkaufs-Passagen“, später wurde daraus werbeträchtig das „Perlacher Einkaufs-Paradies“. Seit vielen Jahren schon zählt das „PEP-Einkaufszentrum München-Neuperlach“, wie es offiziell heißt, zu den besucher- und umsatzstärksten Shoppingcentern in Deutschland.

Derzeit läuft eine umfangreiche Modernisierung. Decken, Beleuchtung, Möblierung und Sanitäranlagen werden auf den neuesten Stand gebracht, der Mietermix ergänzt und aufgewertet. Die Überarbeitung kostet rund 12 Millionen Euro. Zudem wird das Einkaufszentrum durch den Neubau des Parkhauses Nord, in dem weitere Geschäfte untergebracht werden können, um knapp 8000 Quadratmeter wachsen. Mit rund 58 000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 135 Fachgeschäften wird das PEP dann zum größten Einkaufszentrum Münchens. Im Durchschnitt kommen täglich 42 000 Kunden.

Angefangen hat alles auf einer grünen Wiese. Die Pläne für die Bebauung von Neuperlachs Mitte sahen neben dem gewaltigen achteckigen Ring aus Wohnhäusern mit bis zu 18 Stockwerken auch zwei hohe Gebäudespangen mit einer offenen Ladenpassage vor. Doch die Stadt hat wegen der teuren Bauten für die Olympischen Spiele 1972 kein Geld für die hochtrabenden Pläne. Es wird gespart und umgeplant. Am 2. Oktober eröffnet zunächst nur das SB-Warenhaus Krone. Es ist der erste Bauabschnitt des späteren PEP. Ein halbes Jahr später ist auch der zweite Bauabschnitt fertig. Ende November 1989 eröffnet der Erweiterungsbau an der Thomas-Dehler-Straße. Seine Glaskuppel, damals die größte Europas, ist mit 24 Metern Durchmesser ein architektonisches Meisterwerk. In der Kuppel wurden 17,8 Tonnen Stahl und 530 Quadratmeter Glas verbaut. Die Haube ist gleichzeitig eine Uhr. Die Stützpfeiler stehen für die vollen Stunden, die durch den Stand der Sonne und eine spezielle Dachkonstruktion angezeigt werden.

In den Jahren 1993 und 2000 wird das Einkaufszentrum am U-Bahnhof Neuperlach-Zentrum umstrukturiert und erweitert. 2003 gibt es das Angebot: Das PEP darf sein Geschäft auf den gegenüberliegenden Hanns-Seidel-Platz um etwa 24 000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern, im Gegenzug „schenkt“ man dem Stadtbezirk das lang ersehnte Bürgerhaus. Fürs Planungsreferat ein fragwürdiges Angebot, das abgelehnt wird.

Vor ein paar Jahren wurde das Center, das ursprünglich einmal der Neuen Heimat gehörte, an einen US-Lehrerpensionsfonds verkauft. Laut Brancheninsidern für rund 415 Millionen Euro.

Lesen Sie hier: Primark zieht ins Pep

Neuperlach wird 50: Das hat sich alles verändert

Das Luftbild zeigt Neuperlach im Jahr 1970. Drei Jahre nach der Grundsteinlegung stehen die ersten Hochhäuser. Zu erkennen ist die im Bau befindliche Ständlerstraße. © Prugger
Links unten der Blick auf die Plettstraße, an der Baumeister wohnt, im Jahr 1970. © Festring Neuperlach
Helmut Baumeister (84) lebt seit fast 50 Jahren in Neuperlach.
Helmut Baumeister (re.) war einer der ersten Münchner, die nach Neuperlach gezogen sind. Dafür gab er eine Wohnung am Englischen Garten auf. Heute kaum vorstellbar. © Carmen Ick-Dietl
Gruß an die Welt: Neuperlach mit seinen vielen Hochhaus-Zeilen war damals sogar als Postkarten-Motiv beliebt, denn das Viertel galt als innovativ. Heute gewährt die Postkarte einen Blick in die Vergangenheit. © 
Ungleiche Nachbarn: Ein Blick von der Putzbrunner auf die Ottweiler Straße, aufgenommen 2004. © Festring Perlach
Kinder gab es damals jede Menge, denn viele Familien zogen nach Neuperlach. Heute ist das Viertel eher überaltert. © Festring Perlach
Wild-West-Stimmung: Dass hier mal das Klinikum Neuperlach stehen wird, mag man gar nicht glauben. © Schlaf
Ein Stadtviertel wächst: Das Foto zeigt den Landwirt Martin Ballauf im Jahr 1969 beim Bewirtschaften der Felder, während im Hintergrund Kranlandschaften im Eiltempo Neuperlach in die Höhe ziehen. Heute ist das Foto im Besitz des Festrings Perlach. © 
Gruppenfoto: Nicht näher benannte Damen posieren 1967 bei der Grundsteinlegung am Grundstein. © Festring Perlach
Hochhaus-Burg: Das Luftbild aus dem Jahr 1997 zeigt die Anordnung der Wohnblöcke, aber auch weitläufige Grünflächen. Die Bäume wirken gegen die Beton-Giganten fast wie Ameisen. © Archiv

ick

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