Bei Razzia in Ramersdorf

Von SEK angeschossen: Jetzt spricht das Opfer

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Drogenrazzia in Ramersdorf: Das Sondereinsatzkommando durchsuchte mehrere Wohnungen.

München - Er war zur falschen Zeit am falschen Ort: Am 30. Januar wurde Dragan S. in einer Wohnung vom SEK angeschossen. Jetzt spricht der 43-Jährige.

Der Schuss ging mitten durch seine Hand und streifte ihn an der Schulter. Nur ein paar Zentimeter weiter und es hätte tödlich ausgehen können für Dragan S. (43). Zur Bild sagte er jetzt dennoch: "Ich hege keinen Groll, der Polizist machte seine Arbeit. Aber so etwas ist unfassbar! Ich bin froh, dass es mich nicht schlimmer erwischt hat."

Was war passiert? Drogenfahnder hatten zeitgleich mehrere Wohnungen durchsucht, auch ein Wohnblock in der Hochäckerstraße in Ramersdorf war Ziel der Razzia. Da das Rauschgiftderzernat davon ausging, dass die Drogenbanden bewaffnet sind, wurde auch das Sondereinsatzkommando (SEK) hinzugezogen.

Gegen 12 Uhr klingelten die Beamten an der Wohnungstür eines 38-Jährigen in Ramersdorf. Doch nicht der 38-Jährige öffnete die Tür, sondern Dragan S. Er war dort nicht gemeldet und gehörte auch nicht zu den Verdächtigen der Polizei. Warum er in der Wohnung war, ist unklar. Als er die Spezialkräfte in den Schutzanzügen sah, schmiss er die Tür sofort wieder zu. Dragan S. ist offenbar kein Unbekannter bei der Polizei, er soll einige Vorstrafen haben. Doch mit dieser Drogengeschichte hat er laut Staatsanwaltschaft nichts zu tun.

Das wussten die SEK-Beamten aber nicht. Ein Polizist bekam seinen Stiefel zwischen die Tür und presste sie wieder auf. Was dann passierte, schilderte Dragan S. der Bild so: "Ich wich zurück, hob die Hände." Und dann fiel auch schon der Schuss.

Ein Beamter gab später zu Protokoll, Dragan S. habe einen schwarzen Gegenstand in der Hand gehalten, mit dem er eine schnelle Bewegung nach oben gemacht habe. Der Beamte habe gedacht, Dragan S. hielte eine Waffe in der Hand. Später stellte sich jedoch heraus, dass es nur ein Handy war. 

In der Wohnung, in der sich Dragan S. aufhielt, wurde nichts gefunden. Der 43-Jährige kam ins Krankenhaus und wurde operiert. Bei der Razzia wurden allerdings in einer anderen Wohnung Drogen und einer hoher fünfstelliger Geldbetrag sichergestellt, wie die Bild berichtet.

pak

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