Rechtsextreme schockieren mit grausamer Aktion

Behörde erlaubt Enthauptungs-Demo

München - Dutzende Münchner, darunter Familien mit Kindern, mussten am Samstag vor dem PEP eine nachgespielte Enthauptung mit ansehen. Die Demo der rechtextremen Partei hatte das KVR genehmigt.

Was für ein grausamer Mummenschanz am Samstagnachmittag mitten in einer Münchner Fußgängerzone: Am Neuperlacher Einkaufszentrum PEP kniet ein Mann, dahinter zückt ein schwarzer Maskenmann einen Säbel und setzt ihn am Hals an. Dutzende Münchner, darunter Familien mit Kindern, müssen das mit ansehen. Warum? Weil es das Kreisverwaltungsreferat genehmigt hat!

Die Grünen bringen den Aufreger per Anfrage im Rathaus auf die Tagesordnung: Die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ – darunter ein verurteilter Neonazi – habe damit bei ihrer Demo Hasstiraden gegen Ausländer gerechtfertigt. Fotos dieser Simulation eines Enthauptungsvideos der IS-Terroristen haben die Rechten ins Internet gestellt.

„Ich war völlig entsetzt“, sagt eine Augenzeugin (Name der tz bekannt). Ein Bub habe einen anderen gefragt: „Was machen die da?“ Darauf der andere: „Der köpft den jetzt.“ Die Grünen fordern Aufklärung: „Mit welcher Begründung wurde die Szene genehmigt?“

Tatsächlich sei das KVR informiert gewesen, bestätigt eine Sprecherin: „Wir halten die Grenze zur Geschmacklosigkeit für überschritten. Aber das Grundrecht auf Meinungsfreiheit steht so hoch, dass wir die Szene nicht unterbinden konnten.“ Stattdessen seien Auflagen gemacht worden: Das Abschlagen des Kopfes habe nicht nachgeahmt werden dürfen, Kunstblut sei verboten worden. Die Augenzeugin ist entsetzt: „Das hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun. Das ist jenseits jeder Grenze des Menschlichen.“

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