Im Münchner Süden

Hier entsteht ein Mega-U-Bahn-Projekt

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Kornfeld: Hier soll der geplante U-Bahnbetriebsbahnhof Neuperlach Süd gebaut werden

München - Die Stadtwerke wollen einen neuen Betriebshof für die U-Bahn bauen. Eine Ausschreibung belegt: Er wird richtig groß! Ist das die Weichenstellung für einen Ausbau ins Umland?

Nachdem OB Dieter Reiter (57, SPD) deutlich gemacht hat, dass er

Hier soll der neue Betriebsbahnhof der U-Bahn entstehen.

die Verlängerung der U5 nach Pasing für dringend notwendig hält, scheint eine Zustimmung zum Bau nur noch Formsache. Der U-Bahn-Ausbau hat Priorität. So ist es nur konsequent, dass die Stadtwerke (SWM) jetzt konkret an die Planung eines zweiten Betriebshofs gehen - zusätzlich zu dem bestehenden in Fröttmaning. Ein Projektsteuerer wird jetzt per Ausschreibung gesucht. Der Hof soll dort entstehen, wo sich U- und S-Bahn begegnen: in Neuperlach-Süd.

Zwischen Arnold-Sommerfeld-Straße und Lise-Meitner-Weg planen die Stadtwerke eine 45 000 Kubikmeter große Werkstatthalle mit drei aufgeständerten Hallengleisen und einem zusätzlichen, optionalen Hallengleis (13 500 Kubikmeter). Weiterhin gibt’s eine über 6000 Kubikmeter große Waschhalle für die U-Bahnen und einen 13 500 Kubikmeter großen Verwaltungs- und Sozialtrakt mit Lagerflächen. Neun Kilometer Gleise müssen die SWM verbauen, damit dort komplette 30 Züge abgestellt werden können. Gleich neben dem Betriebshof soll auch ein Gleisbauhof entstehen. Dann könnten die Schienen der S-Bahn an die der U-Bahn angebunden werden. Das hat den Vorteil, dass Warenanlieferungen über das Schienennetz der Bahn abgewickelt werden können. Zwei bisherige, beschrankte Bahnübergänge würden wegfallen - an der Rotkäppchenstraße und der Arnold-Sommerfeld-Straße. Der Bau soll voraussichtlich 2019 beginnen und 2022 abgeschlossen sein.

U-Bahnanschluss für Ottobrunn und Neubiberg?

 Dürfen die Ottobrunner oder Neubiberger im Zug dieser Maßnahme auf einen U5-Ausbau hoffen? Stadtwerke-Sprecher Matthias Korte macht wenig Mut: „Wir haben die Probleme in der Innenstadt und nicht auf dem Land.“ Eine Prüfung des Landkreises habe ergeben, dass der Ausbau unwirtschaftlich sei.

Zurück nach Pasing: Auch in der Stadt macht eine angedachte U-Bahn-Verlängerung nicht jeden glücklich. Der Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, Andreas Nagel, hält die veranschlagten 500 Millionen Euro Kosten für „völligen Wahnsinn“, da die Strecke parallel zur S-Bahn verlaufe. „Besonders ärgerlich ist diese Summe in Anbetracht des kümmerlichen MVG-Leistungsprogramms, das in diesen Tagen zur Entscheidung ansteht. Wer eine U-Bahn bauen will, muss auch sagen, wie der Betrieb finanziert werden soll.“

Dieter Reiter jedenfalls hat die Verwaltung beauftragt, die Vorlage zum Bau der U-Bahn nach Pasing noch vor der Sommerpause in den Stadtrat einzubringen.

Andrew Weber

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